Die ungeliebten Dialer-Zustimmungsfenster werden, dank der Bonner Regulierungsbehörde, jetzt vereinheitlicht. Seit gestern gilt die verschärfte Regelung für Neuanmeldungen, bestehende Firmen müssen die Vorschriften bis zum 16. Juni umsetzen. Wichtigste Neuerung: vor Download und Aktivierung muss das Pop-up Auskunft über den Verbindungspreis liefern. "Durch die verschärften Vorgaben der RegTP muss nunmehr jedem Nutzer eines Dialers eindeutig angezeigt werden, welche Kosten durch die Verwendung des Dialers auf ihn zukommen", erklärt Chef-Regulierer Matthias Kurth.
Einheitliche Durchschaubarkeit
Das neue Dialer-Zustimmungsfenster muss mindestens ein Drittel und höchstens zwei Drittel des Bildschirms einnehmen und hat jetzt ein einheitliches Layout (siehe Foto). Auch wurden jetzt Formulierungen, wie "kostenloses Zugangstool", offiziell untersagt, da sie unrechtmäßig Kostenfreiheit suggerieren. Zudem muss jetzt gewährleistet sein, dass das endgültige Zustimmungsfenster sich eindeutig von vorangegangenen Pop-ups unterscheidet. Außerdem wurde von der Regulierungsbehörde unterbunden, dass sich Dialer, ohne Zustimmung des Nutzers, von dessen Rechner entfernen.
Seriosität stärken

Mit den neuen Vorgaben reagiert die Regulierungsbehörde auf die zahlreichen Beschwerden über Dialer-Angebote. So könne nun nicht mehr die Unerfahrenheit, beispielsweise von Kindern und Jugendlichen, beim Surfen ausgenutzt werden. Zudem stärke die neue Regelung das Verbrauchervertrauen in seriöse Dialer.
"Wir schöpfen den gesetzlichen Rahmen aus, um für mehr Transparenz zu sorgen, und stärken die Rechte der Verbraucher auf Information", erläutert Kurth. Damit wolle man auch energisch Missstände im Internetzugangsbereich bekämpfen. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Internets soll somit gestärkt und unseriöse Geschäftspraktiken unterbunden werden.