Es ist immer ein bisschen wie Ostern und Weihnachten innerhalb einer Woche. Die CeBIT ist für Technikfreunde das Jahresevent überhaupt. Obwohl ziemlich gut planbar, scheint die Messe jedes Jahr wieder völlig überraschend zu kommen.
Stress vom ersten Tag an
Zumindest weisen die überstürzten Last-Minute-Aktionen der Beteiligten kurz vor der Eröffnung darauf hin. Da werden noch eiligst Stände zusammen gebaut, Plakate gemalt und hektisch nach Terminen telefoniert. Die Übernachtungsgelegenheiten der Aussteller und Journalisten sind über halb Deutschland verstreut – oder bestehen aus einem Schlafsack unterm Standtisch. Aber der ganze Stress und das CeBIT-Jetlag danach lohnen sich wirklich , wenn man dem Fazit der Branche glauben möchte.
Technik-Reigen dreht auf
Wie jedes Jahr wurden auch auf der CeBIT 2005 viele Digitalträume Realität: Wir berichteten vom
weltgrößten Fernseher, Deutschlands dicksten DSL-Paketen und neuen Handytypen, die nur noch nebenbei zum Telefonieren dienen. Neben immer breiteren Datenautobahnen war "
Triple Play" das neue Zauberwort. Unglaublich, was man mit Megabandbreiten so alles anstellen kann: Telefonieren mit oder ohne Bild, Videos und Music on Demand - den multimedialen Anwendungen wurde in den Visionen der Manager kaum noch Grenzen gesetzt. UMTS soll demnächst das Kino aufs Handy bringen, RFID-Technologie macht den Supermarkteinkauf durchsichtig, High Definition bringt den Fußball hochauflösend direkt ins Wohnzimmer.
Networking statt Userträume
Die Besucherzahlen blieben laut Messe AG mit 480.000 stabil. Dennoch soll es mittlerweile eine klare Verlagerung geben: Je größer die CeBIT, desto größere Tiere kommen sie besuchen. Weniger die Technik begeisterten Privatleute, als vielmehr Krawattenträger hätten die Oberhand, die mit "Networking" nicht das Zocken im LAN meinen. Hier trifft man sich, lernt sich kennen und schaut der Konkurrenz auf die Kabel. Meint die Messe AG, und hat sich wohl am Wochende nicht in die eigenen Hallen getraut.
Enthusiasmus lohnt sich
Ein bisschen Eigenlob darf sein: Die Deutsche Messe AG und ihre Aussteller haben sich nach eigenen Angaben verbessert. So wurde die CeBIT zum ersten Mal nach Themenschwerpunkten gegliedert, die für mehr Übersicht sorgten, trotz des weiteren Wachstums bei den Ausstellerzahlen. Mit 6.270 Teilnehmern kamen mehr als 150 mehr zur CeBIT als im vergangenen Jahr. Auch der Anteil der ausländischen Unternehmen war hoch wie nie zuvor. Nicht nur für den asiatischen Raum, der mit Rekordbeteiligung vertreten war, ist die Technikmesse mittlerweile das Tor zu Europa. Dass die Teilnahme des Fachpublikums dieses Jahr bei rund 54 Prozent lag (Vorjahr: 50,6 Prozent), von dem allein 21,7 Prozent der Geschäftsführung eines Unternehmens angehörten, beweist diesen Trend.