8. März 2005: Weltfrauentag in Deutschland. Was manchem emanzipierten Haushalten sicherlich mit dem ein oder anderen Glas Champagner befeiert werden dürfte, hat die deutsche Filmindustrie zu einem kleinen Seitenhieb veranlasst. Sie hat ihre
Anti-Raubkopierer-Kampagne ausgebaut und verweist darauf, dass auch viele weibliche Computernutzer illegal Filme aus dem Internet auf den heimischen Rechner laden und auf CD-ROMs oder DVDs brennen.
Weiberalarm
Insgesamt drei Millionen Frauen hätten im vergangenen Jahr Filme gebrannt, so die Zukunft Kino Marketing GmbH, die hinter der Kampagne "Hart aber gerecht" steht. Bisher lautete der Slogan hinter der Kampagne immer, dass Raubkopierer Verbrecher seien, anlässlich des Weltfrauentages sei s aber höchste Zeit zu verdeutlichen: "Auch Raubkopiererinnen sind Verbrecherinnen".

Jedes Jahr steige die Quote von weiblichen Brennern, wie die aktuelle repräsentative Brennerstudie im Auftrag der Filmförderungsanstalt jüngst bewies: 7,1 Prozent der deutschen Frauen brannten in 2004 Filme auf DVDs und CDs. Um auch Frauen zu verdeutlichen, dass das Brennen von aus dem Internet heruntergeladenen Filmen kein Kavaliersdelikt ist, wurde ein neues Plakat mit dem neuen Slogan erstellt. Es soll in Kinos und Videotheken ausgehängt werden.
Konkreter Fall
Die Notwendigkeit, Raubkopiererinnen ihr illegales Tun zu verdeutlichen, zeige ein Fall aus Ostfriesland. So besserte eine Frau ihre Sozialhilfe durch den Handel mit Raubkopien auf. Zum Beispiel konnten bei ihr aktuelle Filme problemlos bestellt werden. Ein Handel, der wohl einträglich gewesen sein musste: Aufgedeckt wurde der Fall, als die Raubkopiererin ihr BMW Cabrio veräußern wollte, die Stadtverwaltung daraufhin ihre Lebensumstände noch einmal überprüfte und dabei den illegalen Handel entdeckte.