Bei Jamba freut man sich über die sagenhafte Berühmtheit eines gelben, neurotischen Kükens. Auch wenn anscheinend das piepende Federbüschel jedem Werbezuschauer auf die Nerven geht, erfreut sich Sweety offenbar großer Beliebtheit.
In der Kritik
Sogar die Kollegin in der Jamba-Presseabteilung schwärmt für das digitale Federvieh und hat es angeblich auch auf dem Handy. Doch die Kritik an den Geschäftsmethoden der Verisign-Tochter Jamba wird immer lauter. Inzwischen hat der Klingelton-Terror selbst die Aufmerksamkeit des Bundestags erregt – besonders wegen der zumeist minderjährigen Kundschaft.
Zwitschernde Kostenfalle
Im Jahr 2000 wurde die Geschäftsidee mit den Handyklingeltönen und -spielen von den Gründern des deutschen eBay-Vorläufers Alando, Marc, Oliver und Alexander Samwer aus Fernost importiert. Im Mai vergangenen Jahres wurde das Unternehmen dann für 237 Millionen Euro an Verisign verkauft.
Seitdem ist der Markt für mobile Mehrwertdienste in astronomische Höhen geschnellt. Doch wer Sweety will, hat schnell einen ganzen Hühnerstall auf dem Handy: die Jamba-Angebote enthalten oft Abos, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Die minderjährige Zielgruppe liest meist nicht das Kleingedruckte oder die Nutzungsbedingungen auf der Website des Anbieters – und findet sich schnell in einem ungewollten Vertrag wieder.
Das Produkt-Sortiment von Jamba richtet sich in erster Linie an jugendliche, meist minderjährige Interessenten. Abgesehen von der fehlenden Transparenz der Abonnements, die selbst AGB-Profis zum Stirnrunzeln bringt, hat Jamba noch ein viel wesentlicheres Problem.