Ist tatsächlich Licht am Ende des Tunnels sichtbar oder lodert nur ein kleines Strohfeuer auf? Das Vorhaben der bekanntesten deutschen Suchmaschinenanbieter klingt in jedem Fall vorbildlich: Sie wollen den Kinder- und Jugendschutz verbessern und haben sich unter dem Dach der so genannten Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) zusammengeschlossen.
Zehn gegen Millionen
Zu den Gründungsmitgliedern der Selbstkontrolle gehören AOL Deutschland, Google, Lycos Europe, Fireball, Hot Bot, die Newssuche Paperball, MSN Deutschland, t-info, T-Online und Yahoo Deutschland. Die Mitglieder verpflichten sich, die Adressen der rund 1.000 Internetseiten nicht anzuzeigen, die auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) verzeichnet sind. Beschwerden zu Seiten mit Kinderpornografie oder kriegsverherrlichenden Inhalten sollen direkt an die BPjM weitergeleitet werden. Diese entscheidet dann über eine Listung auf dem Index.
Bei der Präsentation machten die Betreiber der Suchmaschinen darauf aufmerksam, dass die neue Regelung nur für deutsche Suchmaschinen gelte. Über ausländische Suchmaschinen (zum Beispiel google.com) seien die auf dem Index stehenden Webseiten auch weiter erreichbar. Man könne den Zugang zu jugendgefährdenden Seiten nur erschweren, nicht aber komplett unterbinden, so ein AOL-Sprecher.
Hayo Lücke