Preise genau prüfen
Auch bei den Preisen sollten Verbraucher genau hinsehen. Zwar gibt es bei rezeptfreien Mitteln im Versandhandel Preisabschläge bis zu 30 Prozent und mehr. Allerdings orientieren sich manche Versandapotheken laut Stiftung Warentest noch am offiziellen Preisverzeichnis für Apotheken und gewähren keinen Nachlass. Vereinzelt wurden sogar weit höhere Preise verlangt als in herkömmlichen Apotheken. Beim Preis-Check schnitt die Versandapotheke apo-rot am besten ab. Wer Versandapotheken mit wirklich günstigen Preisen herausfinden will, wird über die Internetportale medizinfuchs.de und medipreis.de fündig. Anbieter im Ausland geben auch auf Rezepte Rabatt.
Zu den neun mit "gut" bewerteten Versandapotheken gehören Mycare, Pharma 24, Sanicare, Versandapo, Apo-rot, Shop-Apotheke, Europa-Apotheek, Vfg und Apo Ag. Zehn Anbieter erhielten nur ein "mangelhaft" und einer ein "befriedigend". Immerhin wurde die Rezeptpflicht beim Versand in allen Fällen eingehalten.
Versandapotheken auf dem Vormarsch
Der Bundesverband deutscher Versandapotheker (BVDVA) sieht den Arzneimittelversandhandel in Deutschland unterdessen weiter auf dem Vormarsch. Derzeit werde bis zu 1,5 Prozent des deutschen Arzneimittelumsatzes, der im vergangenen Jahr 32 Milliarden Euro betrug, über die mehr als 1000 zugelassenen Versandapotheken abgewickelt, erklärte Verbandschef Thomas Kerckhoff in Köln. Nach seiner Einschätzung wird der Umsatzanteil in den kommenden fünf Jahren auf bis zu acht Prozent steigen. Kerckhoff rechnet damit, dass auch die Krankenkassen die Kooperation mit Versandhändlern weiter ausbauen, auch weil sich inzwischen Spezialanbieter etwa für Multiple-Sklerose-Patienten oder Diabetiker etabliert hätten.
Hayo Lücke
/ afp