Donnerstag, den 24.02.2005 13:31

Stiftung Warentest: Versandapotheken "mangelhaft"

aus dem Bereich Sonstiges
Jede zweite Versandapotheke ist in einer Untersuchung der Stiftung Warentest mit "mangelhaft" durchgefallen. Beim Test von 20 Anbietern im In- und Ausland zeigten sich zum Teil deutliche Mängel bei der Beratung, der Information über Nebenwirkungen und den Lieferzeiten, wie die Stiftung heute in Berlin mitteilte. Auch prominente Anbieter wie der Versandhändler DocMorris, der deutsche Kunden seit fast fünf Jahren aus Holland beliefert, bestanden den Test nicht. Einige waren dabei noch nicht einmal billiger als die Apotheke um die Ecke. Immerhin neun Versandanbieter bekamen aber das Qualitätsurteil "gut".

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Beratung oft erschreckend

Die Mängelliste der Tester ist lang. Vor allem die teils "desaströsen Beratungsleistungen" seien nicht akzeptabel, erklärte Hubertus Primus, Bereichsleiter Publikationen der Stiftung Warentest. So fehlten in vielen Fällen Informationen zu Neben- und Wechselwirkungen von Arzneien oder sie waren unzureichend. Auf die Nachfrage, ob etwa ein mit Betablockern behandelter Herzpatient gleichzeitig ein Grippemittel schlucken kann, äußerten sieben Anbieter keine Bedenken. Dabei kann die gleichzeitige Einnahme den Blutdruck stark in die Höhe treiben.

Auch in anderen Fällen wurde gängiges Apothekerwissen nicht vermittelt. DocMorris, laut Eigenwerbung Europas größte Versandapotheke, patzte bei der Beratung und wurde deshalb mit "mangelhaft" bewertet. Bei Pharmacontor.com waren Nachfragen zu Medikamentenwirkungen erst gar nicht möglich, weil die Hotline direkt ins Lager führte.

Der Service ließ nach Ansicht der Tester gleichfalls oft viel zu wünschen übrig. So wurden in fünf Fällen Rezepte schlicht vergessen oder nicht bearbeitet. Dies betraf vor allem klassische Apotheken, die einen Internetversand betreiben. Bei einigen Anbietern mussten Patienten zudem viele Tage bis Wochen auf ihre bestellten Tabletten warten; die meisten lieferten in der Regel aber schnell. Es gab zudem kaum ein Versandapotheke, die mit der Päckchenaufschrift "Nicht an Kinder ausliefern" arbeitete. Oft landete das Paket beim Nachbarn oder gelegentlich sogar vor der Tür.
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