Vorgesehen sei, die Chip-Produktion bis Anfang 2007 aus München-Perlach zu einem großen Teil nach Regensburg und zu einem kleineren Teil ins österreichische Villach zu verlagern, teilte das Unternehmen mit. In dem Münchner Werk werden Chips gefertigt, die in der Telekommunikations- und Autoindustrie Einsatz finden.
Produktionsumstellung zu teuer
Mittlerweile würden die Funktionen dieser Chips aber in moderne Halbleiter integriert, die in Perlach nicht hergestellt werden könnten, erläuterte ein Sprecher. In dem Werk würden für die Fertigung 150-Millimeter-Siliziumscheiben verwendet. Die Kosten für eine Umstellung auf die an anderen Standorten üblichen 200-Millimeter-Scheiben werden von Infineon als zu hoch eingeschätzt.
Einsparungen trotz Überschuss
"Kündigungen können wahrscheinlich nicht vermieden werden", sagte ein Infineon-Sprecher. Möglichkeiten für eine Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter würden geprüft. Derzeit werde mit dem Betriebsrat über eine Lösung verhandelt. Das Infineon-Papier gab an der Frankfurter Börse im Vergleich zum Vortag zunächst leicht nach. Wegen schwacher Erwartungen für die kommenden Monate hatte Infineon zu Jahresanfang bereits Einsparungen angekündigt. 2004 hatte das einst aus dem Siemens-Konzern ausgegliederte Unternehmen nach drei Verlustjahren in Folge erstmals wieder einen Jahresüberschuss von 61 Millionen Euro ausgewiesen.
Aleksandra Leon
/ afp