Am Mittwoch war alles noch so schön. Da jubelte der Chef der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) über den tollen Wettbewerb am Breitbandmarkt, und die T-Com kündigte fallende Preise an.
Ein echter Knaller?
Heute sieht das schon ganz anders aus. Erste Zweifel kommen auf, ob die Preisrevolution der Telefonsparte auch wirklich der große Knaller ist. Und der Breitbandwettbewerb ist den Bonnern wohl auch nicht ganz geheuer. Denn der Ex-Monopolist will es gerade den Mitbewerbern wieder schwerer machen: Die letzte Meile soll nahezu um die Hälfte teurer werden.
Das zumindest hat die Telekom gestern bei der RegTP beantragt. Es geht um die so genannte Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Das sind die letzten Meter Kupferdraht, die bis in die Wohnung des Kunden reichen. Bisher vermietet die Telekom diese "letzte Meile" für 11,80 Euro vor allem an die regionale Konkurrenz. Das ist den Bonnern nun zu wenig, in Zukunft sollen es 17,40 Euro sein.
"Jenseits von Gut und Böse"
Erst am Mittwoch hatte RegTP-Chef Kurth gerade das Vorprodukt TAL als den Motor gesunden Wettbewerbs gelobt. Den will die Telekom jetzt wohl abwürgen. Kein Wunder, dass die Konkurrenz alles andere als begeistert ist. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte der Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Jürgen Grützner, die Vorstellungen der Telekom seien "jenseits von Gut und Böse."
"Das ist mehr, als die Endkunden der Telekom für den kompletten analogen Anschluss bezahlen, und damit eine rein strategische Forderung, um die in Wahrheit dringend notwendigen deutlichen Absenkungen zu verhindern," so Grützner heute. Andere Branchenvertreter sehen das ähnlich. "Der ehemalige Monopolist will den Wettbewerb ausbremsen", sagt der Präsident des Verbandes der City- und Regio-Carrier (BREKO), Peer Knauer. Auch bei der Tropolys Gruppe hält man eine Steigerung der Gebühren für einen Rückschlag. Die Forderung der Telekom sei aberwitzig und gehe an den Realitäten vorbei, so eine Tropolys-Sprecherin.