Der US-Computerriese Microsoft und der Pharmakonzern Pfizer ziehen gemeinsam gegen Viagra-Spammer vor Gericht. Beide Unternehmen reichten insgesamt 17 Klagen gegen Online-Pharmaanbieter ein, die angebliche Generika des Pfizer-Potenzmittels Viagra per Internet bewerben und verkaufen. Microsoft und Pfizer werfen den international operierenden Anbietern CanadianPharmacy und E-Pharmacy Direct vor, "potenziell gefährliche Medikamente" zu vertreiben.
Beide Websites böten Produkte an, die von der US-Gesundheitsbehörde FDA nicht zugelassen seien, erklärte Pfizer. Microsoft reichte zusätzlich drei Klagen gegen Spam-Versender ein, die elektronische Werbung für andere Online-Apotheken machen. "Diese zwei Pharma-Spam-Ringe zusammen haben allein im vergangenen Jahr schätzungsweise hunderte Millionen von Werbe-Mails an Kunden des Microsoft-Dienstes MSN Hotmail verschickt", erklärte Microsoft. In ihren E-Mails hätten alle verklagten Anbieter irreführende Werbung gemacht und damit gegen das amerikanische Anti-Spam-Gesetz von 2003 verstoßen.
Lange Forschungsarbeit
Beide Kläger hatten zuvor sieben Monate lang intensive Nachforschungen angestellt. Nach ihren Erkenntnissen werden Online-Bestellungen der angeblichen Viagra-Generika auf Rechnern in New York gesammelt und von dort aus über ein Call Center in Kanada zur Berbeitung nach Indien weitergeleitet. Die Produkte würden dann von Indien aus per Luftfracht in die USA geliefert.
Hayo Lücke
/ afp