Bei jährlich drei Millionen in Deutschland verkauften Tintenstrahldruckern boomt das Nachfüllgeschäft. Um sich diese Einnahmen und ihr Liefermonopol zu sichern, unternehmen einige Anbieter erhebliche Anstrengungen. Allen voran Lexmark und Hewlett-Packard, deren Drucker nur Kombinationskartuschen aus High-Tech-Druckkopf, Elektronik und Tintentank zulassen. Damit wird Fremdanbietern das Geschäft erschwert, denn die Einweg-Druckköpfe sind patentgeschützt und dürfen nicht nachgebaut werden.
"Refiller" sorgen für Konkurrenz
Doch auch das bremst die billigere Konkurrenz nicht aus. Dritthersteller wie Pelikan Hardcopy, KMP Printtechnik, K+U Printware und andere sammeln systematisch leere Tintenkartuschen, befüllen sie und können so Originalpatronen ohne Patentverletzungen bis zu 70 Prozent günstiger anbieten. In Europa setzen die so genannten Refiller mittlerweile jährlich zwei Milliarden Euro um. Die Originalhersteller kontern teilweise mit einem Software-Kniff: So lässt sich die Füllstandsanzeige zuweilen nicht überreden, wieder aufgefüllte Patronen auch als voll anzuzeigen. Mit Tricks ist aber auch dieses Problem zu umgehen.
Wesentlich leichter ist es bei Canon und Epson, auf Fremdware umzusteigen, denn dort können Tintentanks weitgehend problemlos ausgetauscht oder nachgefüllt werden. Die Firmen haben deshalb ihre Preise auf das billigere Segment eingestellt und werben mit Qualität. "Wie auch in anderen Branchen existieren hier unterschiedliche Qualitätsstufen und Preismarken", betont Epson-Manager Arens, dessen Unternehmen mit humorvollen Anzeigen versucht, die Kunden vom Original zu überzeugen.
Auch das richtige Papier ist wichtig
Doch die Billigangebote sind je nach Ansprüchen durchaus eine Überlegung wert. Tests der Fachzeitschriften "c't" oder "PC Professionell" zeigen, dass gute unter den Billigtinten in Einzeldisziplinen mitunter besser als das Original sind. Die ausgeglichene Leistung und die Langzeitqualität von Originaltinte sind allerdings weiterhin unschlagbar. Die Markenware kann allerdings auch nur trumpfen, wenn teure Spezialpapiere verwendet werden: Wer seinem Drucker nur billiges Kopierpapier gönnt, kann sich den Griff zur teuren Originalpatrone sparen.
Hayo Lücke
/ afp