Trotz steigender Verluste setzt der Siemens-Konzern nach den Worten des scheidenden Konzernchefs Heinrich von Pierer auf eine Sanierung seiner Handysparte. "Wir haben eine gute Entwicklungsmannschaft, exzellente Werke und einen guten Markennamen. Diesen Wert gilt es zu erhalten", sagte Pierer auf der Siemens-Hauptversammlung in München. Pierer ließ offen, wann der Vorstand seinen Sanierungsplan öffentlich machen will.
"Aber uns ist natürlich klar, dass hier Bedarf nach schneller Abhilfe und einer strategischen Neuausrichtung besteht", sagte Pierer weiter. Bei den damit verbundenen Schritten solle die Verantwortung gegenüber den Kunden, "aber auch gegenüber den Mitarbeitern" berücksichtigt werden.
Deftiger Verlust
Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs (Oktober bis Dezember) hat Siemens in der Handysparte einen Verlust von 143 Millionen Euro angehäuft, nach einem Gewinn von 64 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz des Bereichs ging während des wichtigen Weihnachtsgeschäfts um 21 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro zurück. Trotz drastisch gesenkter Preise verkaufte Siemens nur noch 13,5 Millionen Mobiltelefone, nach 15,2 Millionen im ersten Quartal 2004. Der durchschnittliche Verkaufspreis fiel von 98 Euro auf 86 Euro pro Handy.
Hayo Lücke
/ afp