Nur einen Tag nach der Gewinnwarnung des Halbleiterfabrikanten Infineon hat der Elektronikzulieferer Epcos die schwarze Serie in der Branche fortgesetzt und ebenfalls eine Gewinnwarnung herausgegeben. Weil sowohl Umsatz als auch das Ergebnis im ersten Quartal des seit vergangenen Oktober laufenden Geschäftsjahres 2005 niedriger ausgefallen seien als erwartet, werde Epcos womöglich auch im Gesamtjahr seine Ziele nicht erreichen, erklärte das Unternehmen am späten Donnerstagabend in einer Ad-hoc-Mitteilung an die Frankfurter Börse.
Nach den derzeit vorliegenden Zahlen sei der Umsatz im Zeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um fast 14 Prozent auf 285 Millionen Euro zurückgegangen, hieß es weiter. Im Vergleich zum Vorquartal von Juli bis September entspricht dies sogar einem Rückgang von 17 Prozent. Beim Ergebnis geht Epcos nach eigenen Angaben "in etwa von einem Break-Even aus". Als Grund für den Umsatzeinbruch nannte das Unternehmen Bestandsbereinigungen, die länger anhielten als noch im vergangenen November absehbar. Zudem sei das Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben und habe die Umsätze insbesondere mit Kunden der Unterhaltungselektronik, aber auch mit den Mobilfunkfirmen geschmälert.
Für das 2. Quartal von Januar bis März geht Epcos demnach nur von einem leichten Umsatzplus gegenüber dem Vorquartal aus. "Vor diesem Hintergrund nimmt das Risiko zu, dass Epcos seine Ziele für das gesamte Geschäftsjahr 2005, nämlich die Verbesserung von Umsatz und Ergebnis gegenüber Vorjahr, nicht erreichen wird", erklärte das Unternehmen. Die endgültigen Ergebnisse für das erste Quartal 2005 sollen am 3. Februar veröffentlicht werden.
Nach den Chipherstellern AMD und STMicroelectronics hatte am Mittwochabend auch Infineon seine Anleger mit einer Gewinnwarnung überrascht und für das erste Quartal sinkende Umsätze angekündigt.
Sven Wagenhöfer
/ afp