Fast jeder Internetnutzer kennt das Problem, das die tägliche Flut an unerwünschten Werbebotschaften, so genanntem Spam, mit sich bringt. Experten haben in der Vergangenheit bereits davor gewarnt, dass die Spam-Plage auch auf VoIP-Netze übergreifen könnte. Das seit Ende Oktober geschaltete Vermittlungssystem für Internettelefonie in Deutschland wurde nun aber mit einem Schutzsystem gegen "Spit" ausgestattet.
Spit steht im Englischen für "spucken", bedeutet als Abkürzung aber "Spam over Internet Telephony". Dies können zum Beispiel automatische Werbeanrufe von Sprachcomputern sein. Da das Telefonieren per Internet ähnlich billig ist wie das Versenden von E-Mails, rechnet es sich für die Werbewirtschaft künftig, mit Millionen automatisierter Anrufe in Unternehmen und bei Verbrauchern auf Kundenfang zu gehen. "Bei über 70 Prozent aller weltweit versandten Emails handelt es sich um Spam. Es besteht leider Grund zur Annahme, dass sich mit der Verbreitung der Internet-Telefonie eine ähnliche Spit-Quote einstellen wird", befürchtet Gerhard Wenderoth, Geschäftsführer der toplink GmbH, die
den zenralen deutschen Internet-Telefonie-Knoten betreibt.
Geringe Kosten als Risiko
Maßnahmen durch den deutschen Gesetzgeber hätten wie bei der Spam-Bekämpfung kaum Erfolgsaussichten, weil auch Spit mehrheitlich aus dem Ausland nach Deutschland gelangen wird. Bei der Internet-Telefonie sind die Kosten für ein Ferngespräch von den Bermudas nicht höher als ein Ortsgespräch zwischen Nachbarn in derselben Straße. Die neuen Anti-Spit-Maßnahmen im zentralen Internet-Telefonie-Vermittlungssystem sollen der Spit-Flutwelle aus dem Ausland vorbeugen, bevor diese Deutschland erreicht, teilt die toplink GmbH mit.