Bald muss sich die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) wieder bestimmter Vorleistungsentgelte annehmen. Denn bis Ende Januar soll über die für Internetnutzer- und Verbraucherpreise wichtigen Zusammenschaltungsentgelte entschieden werden, die ab dem nächsten Jahr von den Internetzugangsanbietern an die Deutsche Telekom AG zu zahlen sind.
Senkung gefordert
Wie der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) mitteilte, habe die Telekom der RegTP eine Neuberechnung vorgelegt, die bei
mehreren Nutzungsparametern zu einer Kostensteigerung führen würde. Demgegenüber fordert der VATM die neuen Netzzugangsentgelte ab 2005 zu senken.
Ein Kostenvergleich mit Ländern wie Frankreich, Italien und
Großbritannien zeige seit der letzten Entgeltgenehmigung einen
deutlichen Preisrückgang, der bei vielen Leistungen Senkungen um bis zu 20 Prozent rechtfertigen würde, erklärt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Denn legt die RegTP die gleiche Systematik wie in ihrer letzten Entscheidung zugrunde, müssten die Entgelte für Onlineverbindungen in Deutschland deutlich sinken und nicht – wie von der Telekom gefordert – steigen.
Schmalbandsurfen kann teuer werden
Zwischen 80 und 90 Prozent der deutschen Internetnutzer gehen weiterhin über einen schmalbandigen Internetzugang ins Netz, viele davon haben nicht die Möglichkeit einen günstigen Breitbandanschluss zu nutzen. Eine bundesweit erhältliche und massentaugliche Narrowbandflatrate gibt es nach wie vor nicht, ISDN- und Modemsurfer surfen noch immer über getaktete Zugänge.
Tobias Capangil