KaZaa und eDonkey haben haben eins gemeinsam: Die Tauschbörsen werden von der Film- und Musikindustrie überwacht. Relativ sicher glaubten sich bisher Nutzer, die auf das BitTorrent-Protokoll setzten. Doch dieser Nische will der Verband der US-Filmindustrie (MPAA) ein Ende bereiten.
Keine zentralen Server
Anders als zum Beispiel eDonkey nutzt BitTorrent keine zentralen Server, an denen sich der Nutzer anmelden muss, um sie zu durchsuchen. Für den Download benötigt man eine Meta-Datei, welche Informationen über den Austauschserver und die Dateien enthält. Nur mit Hilfe dieser Datei kann man sich mit einem BT-Netzwerk verbinden. So könnte theoretisch für jede zum Tausch angebotene Datei ein eigener Server mit einem eigenen Netzwerk bereitstehen.
Ansatzpunkt Tracker
In der Praxis allerdings sieht der Fall anders aus – viele BitTorrent-Communities verwenden einen großen Tracker, wie die BT-Server genannt werden. Auf diese oder auf weniger bekannte Tracker konzentriert sich ein Großteil der Downloader. Hier sieht die Filmindustrie einen Angriffspunkt: Gegen diese Tracker-Seiten, die zwar eigentlich keine Dateien beherbergen, aber für die Kommunikation der Nutzer untereinander unumgänglich sind, sollen sich Zivilklagen richten. Auch gegen Betreiber von eDonkey-Server will die Filmindustrie vorgehen.
Razzia in Finnland
Doch auch auf dieser Seite des Ozeans sind BitTorrent-Nutzer nicht mehr sicher. Wie der "Register" berichtet, hat die finnische Polizei die Betreiber und Moderatoren einer BitTorrent-Site festgenommen sowie deren Hardware beschlagnahmt. Nach Polizeiangaben hatte die Seite 10.000 Nutzer mit über 6.000 Dateien, darunter urheberrechtlich geschützte Filme, Musik und Spiele.
Sven Wagenhöfer
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