Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass jeder ertappte FTP-Welt-Nutzer mit einem Besuch oder Brief der Staatsanwaltschaft rechnen muss.
Kein Exempel statuieren
Die Staatsanwaltschaft betont jedoch, dass es hier nicht darum geht ein Exempel zu statuieren. Vielmehr handelt es sich um einen technisch-formalen Akt, da die Behörden jedem Verdacht nachgehen müssen, der sich bereits aus der Tatsache der Nutzung eines Portals wie FTP-Welt ergebe.
Nutzer wussten, was sie tun
Dass es sich bei FTP-Welt um ein illegales Angebot handelte, soll nach gängiger Rechtsauffassung den Nutzern klar gewesen kein. Schließlich erhielt man dort aktuelle Software zu Spottpreisen und Spielfilme, die eigentlich der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich waren. Somit wussten die Nutzer, was sie tun und handelten vorsätzlich.
17.500 Verfahren
In welchem Zeitraum die einzelnen Fälle bearbeitet werden, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Schließlich warten nach aktuellem Stand gut 17.500 Verfahren auf die Beamten. Wie diese gewaltige Menge logistisch bewältigt werden soll ist zur Zeit noch nicht klar. In einem Punkt jedoch ist sich die Staatsanwaltschaft sicher: "In diesem Jahr wird das nichts mehr."
Jochen Voß