Mit der Preis-Kontroverse rücken auch die regional verschiedenen Lizenzprogramme der Musikindustrie ins Zentrum der Diskussion. Die Beschwerde der britischen Verbraucherschützer wirft die Frage auf, ob das territoriale Lizenzsystem der Musikindustrie den komplexen Anforderungen des digitalen Zeitalters noch gerecht wird.
Do they know it's Christmas time?
Auch sonst gibt sich Apple gerade reichlich Mühe, das Image des kuscheligsten und nettesten Konzerns der Welt zu ramponieren. Seine Preispolitik wollte iTunes auch für eine vorweihnachtliche Charity-Aktion nicht anpassen. Andere Download-Services hatten sich geeinigt, die Single "Do They Know It's Christmas Time?" von "Band Aid 20" einheitlich zum Preis von 1,49 Pfund anzubieten und die Gewinne einem karitativem Zweck zu spenden.
iTunes wollte zunächst nicht von dem im englischen Store üblichen Preis abweichen. Inzwischen hat Apple allerdings teilweise eingelenkt. Zwar verkauft iTunes den Song nun zum gewohnten Preis von 79 Pence, stellt aber für jeden Download weitere 70 Pence für die Charity zur Verfügung.
Es ist einsam an der Spitze
Für Apple ungewohnt: Die Rolle des bösen, marktbeherrschenden Multis. Auf dem klassischen Geschäftsfeld der Computerschmiede war das bisher das "Evil Empire" der Windows-Welt mit Bill Gates als schwarzem Lord der Sith. Im Schatten von Microsoft ließ sich das eigene Jedi-Image trefflich pflegen. In Sachen Musikdownloads gibt Cupertino jetzt den Ton an. Da pfeift einem der Wind schon mal etwas kräftiger ins Gesicht.
Volker Briegleb