iTunes, iPod, iMac. Für die Jungs und Mädels von Apple geht ein echtes Erfolgsjahr zu Ende. Genüsslich badeten Steve Jobs und sein Gefolge in der allgemeinen Anerkennung. Es ist ihnen zu gönnen, 2004 war ihr Jahr. Schade eigentlich, dass der Jahresausklang von ziemlichen Dissonanzen begleitet wird. Apples Kuschel-Image bekommt ein paar Kratzer.
Verbraucherfeindlich?
Denn in Europa bläst erstmals kräftiger Wind durchs Apfelbäumchen. Bereits im September hatten sich englische Verbraucherschützer die Preisgestaltung von Apples iTunes vorgenommen. Nach Ansicht der Verbraucherorganisation "Which?" sind die im Vergleich zu anderen Ländern höheren Preise des britischen iTunes-Shops nicht zu rechtfertigen.
"Der Online-Musikmarkt hat hohes Wachstumspotenzial", so Phil Evans, Strategieberater der Organisation. "Die Idee des Binnenmarktes sollte hier genau so greifen wie in anderen Märkten auch." Während der deutsche Downloader für einen Song in der Regel 99 Cent bezahlt, müssen Briten 79 Pence oder etwa 1,15 Euro berappen. Zudem versperre Apple seinen regionalen Kunden den Zugang zu den internationalen iTunes-Stores.
EU-Kommission prüft
Jetzt bekommt die Initiative von Which? eine europäische Bedeutung. Eine entsprechende Beschwerde hat die britische Aufsichtsbehörde OFT (Office of Fair Trading) an die europäische Kommission weiter geleitet. In Brüssel soll geprüft werden, ob Apples Vorgehensweise gegen geltende Handelsgesetze verstößt. Die Idee des europäischen Binnenmarktes verlangt nach freier Verfügbarkeit von Gütern und Dienstleistungen innerhalb der EU und für alle Bürger.