Dienstag, 07.12.2004 17:33

VoIP-Anbieter gehen in die Offensive

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges, VoIP
Telefonieren wird wie E-Mail: Läuft über Internet und ist – vom Internetzugang abgesehen – kostenlos. Darin sind sich die VoIP-Anbieter sipgate, freenet.de und WEB.DE einig und wollen künftig noch enger zusammen arbeiten, um VoIP in Deutschland einem Massenpublikum zugänglich zu machen.

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VoIP-Netzwerk

Wichtigste Neuerung der VoIP-Offensive: Die drei Anbieter schalten ab kommendem Donnerstag ihre Netze zusammen. Dieser "Schulterschluss der Wettbewerber" hat Vorteile für die Kunden. VoIP-Nutzer von sipgate, freenet oder WEB.DE können nun kostenlos in die IP-Netze der jeweils anderen Anbieter telefonieren. sipgate und freenet.de hatten bereits im Sommer eine entsprechende Kooperation geschlossen, nun stößt noch WEB.DE hinzu. Nach eigenen Angaben verbinden die Unternehmen so ihre ingesgamt knapp 400.000 regelmäßigen VoIP-Nutzer.

Forderungskatalog

Die Kooperationspartner haben in einem Forderungskatalog ihre Vorstellungen der Rahmenbedingungen für die neuen Telefondienste formuliert. "Die Regulierungsbehörde ist aufgefordert, das Zwangs-Bundling aufzuheben" fasst Ole Wegner von freenet.de die Hauptforderung der Anbieter zusammen. Um VoIP die Entwicklungsmöglichkeiten nicht zu nehmen, müssten Telefon- und DSL-Anschluss voneinander entkoppelt werden. Erst das würde den DSL-Markt weitgehend liberalisieren, und VoIP-Dienste könnten sinnvoll und preisgünstig angeboten werden. Ein Endkunden-Preis von etwa 22 Euro für reines DSL ohne Telefonanschluss sei dabei realistisch.

Konkurrent Telekom

Da der Telefoniemarkt (etwa 20 Milliarden Euro) bei flächendeckender Einführung von fast kostenlosen Gesprächen über das Internet auf Bruchteile dieses Betrages zusammenfallen würde, hat die Telekom wohl kein Interesse daran, VoIP zu fördern, sondern wird die herkömmliche Telefonie schützen wollen. Daher bewegt sich der Marktriese Telekom derzeit kaum in Richtung der VoIP-Anbieter. Die fordern nun entsprechende Entscheidungen der Regulierungsbehörde.

Rosige Aussichten?

Trotz aller Probleme, die im jungen VoIP-Markt existieren, schauen die Anbieter hoffnungsvoll in die Zukunft. Kostengünstige, bisweilen kostenlose Telefonie ohne Grundgebühr mit vielen zusätzlichen Diensten ist ihr Produkt. Und alle sind sich sicher, dass an diesen neuen Möglichkeiten auch die Telekom nicht vorbei kommt. Früher oder später.
Steffen Moritz
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