Über das Internet georderte Potenzmittel wie Viagra sind in den meisten Fällen minderwertige und teilweise gesundheitsschädliche Plagiate. Die Bandbreite reiche von verunreinigten oder bestenfalls wirkungslosen Pillen bis hin zu Tabletten mit nicht zugelassenen Wirkstoffen, berichtete das Internetmagazin "Tomorrow".
Umfangreicher Test
Die Schweizer Heilmittelagentur Swissmedic habe 22.000 im Internet bestellte Potenzpillen untersucht und in allen Fällen illegale Wirkstoffe gefunden. Im Internet kursierten mittlerweile unzählige Viagra-Varianten mit Fantasienamen wie "Siagra", "Blue Heart" oder "Ferrari Testarossa".
"Durch diese Fälschungen erhält der Webhandel mit Arzneimitteln eine neue Dimension", sagte Andreas Mayerhofer vom Bundesinstitut für Arzneimittel (BIFA) in einem Interview mit dem Magazin. Auf den ersten Blick könne nicht einmal ein Spezialist erkennen, ob es sich bei Arzneimitteln aus dem Internet um Fälschungen handelt.
Geld weg, Lieferung auch
"Tomorrow" testete nach eigenen Angaben sieben Online-Apotheken und bestellte unter anderem Viagra. Nur drei lieferten überhaupt und das verspätet, teilweise mit dubiosen Beipackzetteln. Die anderen angeblichen Anbieter zockten dem Bericht zufolge lediglich das Geld ab.
Hayo Lücke
/ afp