Mittwoch, 13.10.2004 16:43

Java-Sicherheitslücke bedroht Millionen Handynutzer

aus dem Bereich Mobilfunk
Handynutzer sollten gewarnt sein: Nach Sicherheitslücken in der Bluetooth-Technologie hat ein Computerexperte ohne direktes Insiderwissen nun Lecks im Java-System für mobile Geräte entdeckt. Es über eine Kombination diverser Schwachstellern und Strategien möglich, ein so genanntes MIDlet zu erstellen, berichtet das Computer-magazin tecChannel. Das MIDlet durchbreche die Schutzmechanismen unerkannt vom ahnungslosen Anwender.

Schlimmer noch: Der Angreifer erhält hierdurch Zugang zu allen Systemressourcen des Handys. Grundsätzlich sei von der Schwachstelle jedes Mobiltelefon betroffen, das die Java 2 Micro Edition (J2ME) verwende. Laut einer Studie von Nokia wurden bis Anfang 2004 weltweit schon 250 Millionen entsprechend konfigurierte Geräte verkauft. Eine Gefahrenquelle, die also viele Handynutzer weltweit bedroht.

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Was kann passieren?

Der Anwender müsse das MIDlet auf dem Gerät installieren und starten, heißt es weiter. Beispielsweise könnte sich in einem kostenlos zum Download angebotenen Spiel oder einer beliebigen anderen Anwendung bösartiger Code verbergen. Startet der Anwender das Programm und damit den Schadcode, liegen durch die auf dem Gerät zur Verfügung stehenden Kommunikations-Features wie SMS, direkte Socket-Verbindungen oder E-Mail sehr persönliche Daten auf dem Präsentierteller. Der Angreifer könnte so auch ohne Wissen des Handybesitzers teure Mobilfunkdienste wie Premium SMS aktivieren, bei denen er der finanziell Begünstigte ist. Dieses Szenario ist vergleichbar mit Dialer-Software im Computer-Bereich.

Die Handy-Hersteller und Sun als Entwickler von Java seien vom Entdecker der Sicherheitslücke benachrichtigt worden. Noch halten sich alle Beteiligten mit Informationen aber bedeckt, um böswilligen Hackern keinen Spielraum für Angriffe zu geben.
Hayo Lücke
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