Wegen illegaler Preisabsprachen auf dem Halbleiter-Markt hat das Münchner Unternehmen Infineon in eine Strafzahlung von 160 Millionen Dollar an die US-Regierung eingewilligt. Wie das Justizministerium in Washington mitteilte, handelt es sich um die dritthöchste Geldstrafe wegen Kartellrechtsverstößen in der US-Geschichte. Die gütliche Einigung mit dem Justizministerium muss noch von einem Richter abgesegnet werden.
Infineon bekannte sich den Angaben zufolge schuldig, mit ungenannten anderen High-Tech-Unternehmen die Preise für so genannte DRAM-Halbleiter abgesprochen zu haben. Dieser weit verbreitete Halbleiter-Typus wird unter anderem in Computern, Druckern, Handys, Digitalkameras, Fernsehern und MP3-Spielern verwendet. Dem Ministerium zufolge beläuft sich der Wert des DRAM-Handels in den USA jährlich auf mehr als fünf Milliarden Dollar.
Drei Jahre abgesprochen
Laut einer beim Bundesgericht in San Francisco eingereichten Klage soll Infineon die Preisabsprachen im Zeitraum zwischen dem 1. Juli 1999 und dem 15. Juni 2002 getroffen haben. Das Unternehmen habe seine Kooperation mit den Justizbehörden bei den weiteren Ermittlungen zu dem Fall zugesagt, teilte das US-Justizministerium mit. Ressortchef John Ashcroft erklärte, eine energische Durchsetzung des Kartellrechts sei für die US-Wirtschaft von zentraler Bedeutung, da illegale Absprachen den amerikanischen Verbrauchern schadeten.
Hayo Lücke
/ afp