Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den 18-jährigen Schüler aus dem Raum Rotenburg an der Wümme erhoben, der die Internet-Würmer "Sasser" und "NetSky" entwickelt und damit im vergangenen Frühjahr weltweit Millionen Computer lahmgelegt haben soll. Laut der 77-seitigen Anklage hat sich Sven J. der Computersabotage, Datenveränderung und der Störung öffentlicher Betriebe schuldig gemacht, wie die Staatsanwaltschaft in Verden (Aller) mitteilte.
Fünf Jahre Haft?
Die Ermittler schätzen den verursachten Schaden auf mehrere Millionen Euro. Die Höhe könne aber nur geschätzt werden, weil geschädigte Großunternehmen keine Strafanzeigen eingereicht hätten. Anzeige
erstattet haben laut Staatsanwaltschaft nur 143 Betroffene, die gemeldeten Schäden belaufen sich demnach auf rund 130.000 Euro. Computersabotage kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.
"Sasser" hatte Anfang Mai weltweit für Aufsehen gesorgt. Der Wurm hatte unzählige mit dem Internet verbundene Computer befallen und dazu geführt, dass sich Rechner mehrfach hintereinander automatisch aus- und wieder einschalteten. Nach einer Durchsuchung in seinem Elternhaus hatte der Schüler Anfang Mai gestanden, der "Sasser"-Urheber zu sein. Die Fahnder entdeckten fanden auf einem von dem Jungen selbst gebauten Computer auch den Quellcode des Wurms.
Auch Mitschüler im Visier
Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt unterdessen nach eigenen Angaben weiterhin auch gegen mehrere ehemalige Mitschüler des Angeklagten. Diese Verfahren sollten jedoch erst nach dem Prozess gegen den 18-jährigen Sven J. abgeschlossen werden. Wann das Verfahren gegen den Schüler eröffnet wird, steht noch nicht fest.
Hayo Lücke
/ afp