Schneller Datenübertragungen über Mobilfunkverbindungen sollen mit
UMTS zum Alltag werden. Mag sein, dass dies auch so kommen wird, einen herben Dämpfer scheinen die Mobilfunkanbieter allerdings schon jetzt einstecken zu müssen: Die vielerorts beworbene Videotelefonie wird nach Ansicht von Experten nicht das erwartete Massengeschäft werden.
Bandbreite reicht nicht aus
"UMTS hat nicht genug Bandbreite, um die massenhafte Nutzung von Videotelefonie zu erlauben", sagte Raghu Rau, Manager der Sparte für Mobilfunkausrüstung des Handykonzerns Motorola. Auch von anderen Wissenschaftlern wird bestätigt, dass UMTS für Multimediaanwendungen eigentlich ungeeignet sei. Worte, die von den großen Mobilfunkanbietern kaum gern gehört werden dürften. Zwar sei es durchaus möglich, über UMTS akzeptable Übertragungsraten für die Videotelefonie zu erreichen, doch sollten zu viele Nutzer gleichzeitig per Videobild telefonieren, gerät das UMTS-Netz schnell an seine Kapazitätsgrenzen sagte Rau gegenüber der Financial Times Deutschland.
Branchenexperten erwarten, dass der Service nach der Einführungsphase für Privatkunden merklich teurer wird damit das Netz eben nicht an seine Grenzen stößt. Im Gegenzug bedeutet dies aber auch: Was teurer wird, wird weniger genutzt. Die Videotelefonie per UMTS-Handy dürfte sich in diesem Fall kaum zu einem Renner entwickeln.
OFDM als Durchbruch?
Der Durchbruch soll erst in einigen Jahren kommen, wenn die vierte Mobilfunk-Generation namens OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) startet. Anders als UMTS nutzt OFDM nicht eine breitbandige Trägerfrequenz, sondern viele schmalbandige. Vor 2010 ist mit einem Marktstart aber nicht zu rechnen.