Montag, 30.08.2004 15:17

Abzockversuch mit Mahnungen per Mail<br>(Update: Alles nur ein dummer Fehler?)

aus dem Bereich Sonstiges
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Update: Festnahme

Nachdem am Freitag schon um 9 Uhr morgens die ersten Strafanzeigen bei Polizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth eingegangen waren, veranlassten die Behörden die sofortige Sperrung des Kontos. Am Mittag standen dann mehrere Polizisten bei einem jungen Bayreuther vor der Haustür und wedelten mit einem richterlichen Beschluss. Der 21-Jährige wurde vorläufig festgenommen und der Computer des Verdächtigen beschlagnahmt.

Hallo, Polizei? Ich hab da was Dummes gemacht...

Der Verdächtige gab gegenüber der Polizei zu Protokoll, die Mahnung nur versehentlich an die über 30.000 Empfänger der Mailingliste geschickt zu haben. Eigentlich habe er nur einen säumigen Kunden mahnen wollen. Als er den Irrtum bemerkt hatte, habe er die Polizei angerufen und sich erkundigt, was er in so einem Fall tun könne. Dieser Anruf ist auch polizeilich dokumentiert. Die Beamten halten die Darstellung daher für zumindest nachvollziehbar. Zudem habe er nach eigener Aussage alle Empfänger in einer zweiten E-Mail aufgefordert, die Mahnung zu ignorieren. Der Verdächtige wurde daher noch am Freitag Abend wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ermittlungen nicht beendet

Die Ermittlungen gehen allerdings weiter. So warten die Behörden noch ab, ob die Untersuchung des beschlagnahmten Rechners die Aussagen des Verdächtigen stützt. Sollte sich die Angelegenheit tatsächlich als Irrtum erweisen, so würde der Betrugsvorwurf wegen mangelnden Vorsatzes und damit "fehlender Strafbarkeit" nicht zu halten sein, so der ermittelnde Oberstaatsanwalt.

Selbst bei nachgewiesenem Vorsatz gebe es noch die Möglichkeit des "strafbefreienden Rücktritts vom Versuch". Danach müsse der Verursacher alles in seiner Macht stehende tun, um möglichen Schaden abzuwenden. Dies könnte im Fall der "letzten Mahnung" zutreffen, sofern sich die Angaben des Verdächtigen hinsichtlich der verschickten zweiten E-Mail bestätigen sollten.

Der entstandene Schaden hält sich offenbar in Grenzen. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde auf dem genannten Konto vor der Sperre lediglich eine Einzahlung registriert.

Volker Briegleb
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