Donnerstag, 16.09.2004 11:17

Testlauf über Frankreich: Handynetz in Passagier-Jet (Update)

aus dem Bereich Mobilfunk

<i><b>Das Update finden Sie auf Seite 2</b></i>

Handygebimmel in 10.000 Metern Höhe könnte schon bald ganz normal sein. Ende der kommenden Woche, genau genommen am 3. September, wird über Frankreich ein mit Spannung erwarteter Testlauf gestartet. Passagiere eines Airbus A340-600 werden ihr Handy aus der Tasche ziehen und telefonieren.

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Antenne in der Decke

Möglich macht dies ein Projekt namens Wireless Cabin des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Nächste Woche wird sich zeigen, ob die Arbeit der vergangenen zwei Jahre erfolgreich war. Kernstück ist eine Basisstation, die ein Handynetz an Bord des Großraum-Jets aufbaut. Gegenüber der "Financial Times Deutschland" sagte Axel Jahn, Leiter des Projektes: "Über den Sitzen ist eine Antenne durch die Decke gezogen, damit jeder Passagier an seinem Platz Empfang hat." Über die Basisstation werden die Gesprächssignale an einen Satelliten gesendet, von wo sie weiter in die Telefonnetze am Boden geleitet werden. Mit der neuen Technik soll es auch möglich sein, kabellos im Internet zu surfen. Dies allerdings ist bereits heute auf einigen Interkontinentalflügen möglich.

Die Befürchtung, dass Handystrahlung die Bordelektronik stören könnte, sieht Jahn als unbegründet an: "Die Bordelektronik überlebt sogar einen Blitzeinschlag", so der Experte. Die neue Technik würde auch die letzten Sicherheitsbedenken ausräumen. Mit einer Basisstation an Bord sei die Sendeleistung der Handys so gering, dass Störungen ausgeschlossen werden könnten.

Überschaubare Preise

Fraglich ist bisher, ob die neue Technik bei den Airlines auch eingeführt wird. So äußerte sich ein Lufthansa-Sprecher gegenüber der FAZ zurückhaltend: "Nicht alles, was technisch machbar ist, wird man auch einführen." Er verwies darauf, dass der Wunsch, an Bord zu telefonieren, nicht sonderlich ausgeprägt sei. Auch die wenige Nutzung der Satellitentelefone an Bord weise darauf hin. Vergessen werden darf hier aber auch nicht, dass das Telefonieren mit den Satelliten-Telefonen deutlich teurer ist als über das geplante "Wireless Cabin"-Projekt. Jahn schätzt den Minutenpreis auf 1,50 bis 3 Dollar pro Minute. Ein durchaus akzeptabler Preis.
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