Donnerstag, 26.08.2004 09:20

Postbank-Phishing: Betrüger plündern Konten

aus dem Bereich Sonstiges
Nach den Attacken von Internetbetrügern auf Kunden von Postbank und Deutscher Bank sind offenbar erste Kontoinhaber darauf hereingefallen. Bei zwei Kunden der Postbank seien insgesamt 21.000 Euro abgebucht worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bonn der "Financial Times Deutschland" vom Donnerstag.

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Glück im Unglück

Schaden sei dennoch nicht entstanden, da beide unrechtmäßigen Abbuchungen rechtzeitig gestoppt werden konnten. Nach Angaben eines Postbank-Sprechers fiel in einem Fall die Abbuchung von 12.000 Euro bei der bankinternen Sicherheitsprüfung auf, wie die "FTD" weiter berichtete. Ein zweiter Kunde habe die unrechtmäßige Überweisung von 9.000 Euro selbst bemerkt und rechtzeitig storniert. Die Gelder hätten ins Ausland fließen sollen.

Die Kunden hatten zuvor ihre Kontozugangsdaten auf einer gefälschten Internetseite angegeben, die der echten Postbank-Site nur nachgemacht war. Zahlreiche Kunden von Postbank und Deutscher Bank hatten Ende vergangener Woche gefälschte E-Mails erhalten, die sie unter dem Vorwand einer Betrugswarnung auf falsche Webseiten leiten und ihnen dort die persönliche Geheimnummer und die so genannte Transaktionsnummer (TAN) entlocken sollten. Die gefälschten Internetseiten sind inzwischen geschlossen; beide Banken und Verbraucherschützer hatten nachdrücklich vor dem "Phishing"-Betrug gewarnt und Tipps zum Umgang mit gefälschten E-Mails gegeben. Phishing ist ein Kunstwort, das sich aus den Worten "Password" und "Fishing" zusammensetzt.

Neue Attacke

Unterdessen wurden die Kunden der Deutschen Bank in der Nacht zum Mittwoch erneut Opfer eines solchen Betrugsversuchs. In einer gefälschten E-Mail mit der Absenderadresse "support@deutsche-bank.de" wurden Internetnutzer in holprigem Deutsch dazu aufgefordert, zur Überprüfung der Sicherheit ihres Online-Bankings die Internetseite der Deutschen Bank aufzusuchen und dort ihre Kontenzugangsdaten einzugeben. Wie bei der voraussgegangenen Attacke war in der E-Mail ebenfalls ein Link angegeben, der zu einer gefälschten Site führte.

Der "FTD" zufolge reagierte die Deutsche Bank diesmal schneller auf den neuen Angriff. Die gefälschte Internet-Seite sei nach Angaben eines Unternehmenssprechers um 8.30 Uhr am Mittwochmorgen vom Netz genommen worden.
Hayo Lücke / afp
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