Fast die Hälfte aller Spam-E-Mails weltweit wird immer noch aus den USA verschickt: Ob Viagrawerbung oder Pornomails, der amerikanische Spam landet in Postfächern auf der ganzen Welt.
Can-Spam-Gesetz ohne Wirkung
Mit einem Anteil von 42,53 Prozent führen die USA die aktuelle Spam-Rangliste des Antivirenspezialisten Sophos an. Damit versenden die Amis rund 33 mal soviel Spam-Mails wie die Deutschen, die mit 1,3 Prozent unverändert auf Rang sieben des Spam-Rankings stehen. Und das obwohl den amerikanischen Versendern durch das
Can-Spam-Gesetz seit dem vergangen Jahr Geldbußen in Millionenhöhe drohen. Anscheinend reicht das Gesetz aber nicht aus, um den Spam effektiv einzudämmen: Seit vergangenem März sank der Anteil amerikanischer Spam-Mails nur um knapp 15 Prozent.
Platz zwei der Rangliste belegt das Land mit den weltweit meisten Breitband-Internet-Zugängen: 16 Prozent der Spam-Flut stammt aus Südkorea. Dahinter folgen China mit 11,6 Prozent und Brasilien mit 6,2 Prozent. Gut funktioniert die Spam-Bekämpfung anscheinend in Kanada, das auf Rang fünf liegt. Innerhalb von sechs Monaten ging der weltweite Anteil an Kanadischen Spam-Mails von 6,8 Prozent auf 2,9 Prozent zurück.
Keine Lösung in Sicht
Im Kampf gegen den Spam ist immer noch keine effektive Waffe gefunden. Laut Sophos werden rund 40 Prozent der Spam-Mails sogar von fremden Rechnern aus verschickt, deren Besitzer nichts von dem Vorgang mitbekommen. Ein Mittel um die Spam-Flut einzudämmen muss jedenfalls schnellstens gefunden werden: Inzwischen wird der Anteil unerwünschter elektronischer Werbeflut am gesamten E-Mail Verkehr auf rund 80 Prozent geschätzt. Laut einer EU-Studie beträgt der dadurch verursachte Schaden etwa zehn Milliarden Euro.
Klaus Wiesen