Am 24. August 2004 findet die öffentliche Anhörung zur
Entgeltgenehmigung für die breitbandige Telekom-Vorleistung "
ZISP" statt. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) entscheidet dann über neue Vorleistungspreise der
Deutschen Telekom, die für alternative DSL-Angebote der
Wettbewerber im Privatkundenmarkt ausschlaggebend sind.
Endkunden müssen alles ausbaden?
Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) befürchtet angesichts der Forderung der DTAG, die breitbandige Zugangsleistung "
ZISP" (Zuführung zum ISP) im bundesweiten DSL-Wettbewerb um mehr als 130 Prozent zu erhöhen, dass sich eine Preissteigerung der Vorleistung negativ auf die Endkundepreise auswirkt.
VATM fordert Preissenkung anstatt -erhöhung
Um zu vermeiden, dass erhöhte Vorleistungskosten auf die Endkunden zurückfallen, "muss die Regulierungsbehörde bei der Preisermittlung für "
ZISP" statt der von der DTAG beantragten Preiserhöhung für die nutzungsabhängigen ZISP-Entgelte eine Senkung um mindestens 20 bis 30 Prozent anordnen", erläutert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, die für die Wettbewerbsunternehmen in Deutschland unhaltbare Kostensituation. Nicht zuletzt soll eine Senkung der ZISP-Entgelte die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Umfeld sichern.
VATM: Bitstream soll ZISP ergänzen
Die DSL-Vorleistung "
ZISP" ist heute sowohl in Kombination mit T-DSL-
als auch mit Resale-DSL-Anschlüssen (bspw. Arcor sowie 1&1) das entscheidende und einzig verfügbare Zuführungsprodukt im bundesweiten DSL-Wettbewerb und seine Nutzung für alle Privatkundenanbieter, die auf DSL-Anschlüssen der DTAG aufsetzen, zwingend notwendig. "Da der Ex-Monopolist weiterhin darauf beharrt, freiwillig keine Alternative in Form weiterer Bitstream-Produkte anzubieten und zur Durchsetzung solcher Angebote voraussichtlich zeitintensive Regulierungs- und Gerichtsverfahren anstehen, behält "
ZISP" weiterhin seine weichenstellende Funktion für das Breitbandwachstum in Deutschland", erklärt Grützner.
Vorleistungskosten im Überblick
Vor knapp einem Jahr hatte die RegTP der Telekom erstmals genehmigt, von den Wettbewerbsunternehmen zusätzlich zu festen monatlichen Beträgen für die Bereitstellung der Zusammenschaltung an den Übergabepunkten als zusätzliche Komponente auch nutzungsabhängige Entgelte zu verlangen, die in der Einheit "Euro pro 10 KBit/s" tarifiert sind. Der aktuell geltende Preis beläuft sich auf 0,6325 Euro pro 10 KBit/s. Für den Zeitraum ab dem 01.10.2004 will die Telekom sich nunmehr 1,55 Euro pro 10 KBit/s genehmigen lassen, was einer Erhöhung um mehr als 130 Prozent entspricht.