So schnell kann es gehen: Mitte der Woche hatte der Voice over IP-Anbieter sipgate noch verkündet, dass allen Kunden ab sofort sieben neue nationale Vorwahlen wie 069 für Frankfurt am Main oder 089 für München zur Verfügung stehen, nun macht die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) dem Unternehmen aus Düsseldorf einen Strich durch die Rechnung. Die von VoIP-Anbietern bereitgestellten Vorwahlbereiche dürfen nur noch von Kunden genutzt werden, die auch in diesen Vorwahlbereichen wohnen, ordnete die RegTP an.
Weitere Anhörungen laufen
Ebenso wie sipgate ist auch der Dienst Nikotalk von dieser neuen Regelung betroffen. Andere Anbieter, die im Laufe dieses Jahres begonnen haben, ihren Kunden unabhängig vom Wohnort Ortsnetzrufnummern im Sinne einer persönlichen Rufnummer zur Verfügung zu stellen, werden aktuell von der RegTP angehört und müssen mit ähnlichen Anordnungen rechnen. Hierzu zählt beispielsweise auch das kürzlich
gestartete Angebot FreePhone von web.de.
Die RegTP argumentiert den neuen Beschluss mit den Worten, dass "geographische Informationen der Ortsnetzrufnummern für den Verbraucher verfälscht" werden. Vor allem würden auch die nur begrenzt bereitstehenden Rufnummernkontingente der jeweiligen Ortsnetze verbraucht und hierdurch der nationale Rufnummernplan insgesamt gefährdet. Dies ginge zu Lasten der Wettbewerber, die sich an die rechtlichen Vorgaben halten.
Kommt eigene VoIP-Rufnummerngasse?
Die gefällte Entscheidung ist ein herber Rückschlag für sipgate und Co, die ihre Rufnummern nun – oder auf absehbare Zeit - nur noch einem eingegrenzten Kundenkreis zur Verfügung stellen können. Die Regulierungsbehörde teilte aber auch mit, dass sie zur Zeit die Bereitstellung einer eigenen Rufnummerngasse für nationale Teilnehmerrufnummern bei VoIP-Diensten prüfe. Wann diese eingeführt werden könnten, steht aktuell aber noch nicht fest.
Hayo Lücke