Verantwortliche von Snakecity selbst waren zunächst nicht zu erreichen. Am gestrigen Abend veröffentlichte ein Moderator aber eine Stellungnahme des "Snakecity-Teams" im Forum. Darin wiederholen die Betreiber implizit ihre Behauptung, bei der "Übernahme" sei auch bei ihrem Provider nicht "alles sauber gelaufen". Konkreter wird die Stellungnahme in diesem Punkt allerdings nicht.
Dumm gelaufen
Doch obwohl weiter von der "Übernahme" der Domain die Rede ist, scheint man bei Snakecity inzwischen den Ernst der Situation realisiert zu haben. Nicht zuletzt durch die voreiligen Anschuldigen steht der eigentlich gute Ruf des Portals auf dem Spiel. Die Affäre ist geeignet, der gut gemeinten Initiative den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Denn selbst in der Community von Snakecity häufen sich kritische Stimmen.
Zurückrudern ist jetzt angesagt. Die ganze Geschichte sei "mehr als unglücklich gelaufen", so heißt es eher verharmlosend in der Stellungnahme. Das Team bittet um Verständnis für die "heftige Reaktion" und kündigt die Gründung eines Vereins an. So möchte man wohl den im Forum laut gewordenen Forderungen nach mehr Transparenz Rechnung tragen.
Neuanfang
Weiter heißt es, man wolle "diese kleine Erfahrung für einen Neuanfang nutzen". Der ist auch bitter nötig. Der teils brisante Inhalt eines Portals wie Snakecity fordert einen verantwortungsvollen Umgang der Betreiber. Dazu gehört auch eine redaktionelle Betreuung der Community, deren Beiträge gelegentlich den geschützten Raum der freien Meinungsäußerung in Richtung Verleumdung verlassen können. Das hat bei Snakecity offenbar nicht immer richtig funktioniert.
Dumm gelaufen ist allerdings, dass die Domain von bytecamp direkt gelöscht wurde. Eine Alternative wäre die Übergabe an die DeNIC gewesen, die sich dann ihrerseits auf die Suche nach dem Inhaber gemacht hätte. Das hätte das Verfahren um vier Wochen verzögert – genug Zeit auch für Snakecity, aus der Versenkung wieder aufzutauchen.
Volker Briegleb