Im Februar dieses Jahres geschah in Großbritannien ein bestialischer Mord. Ein 17-Jähriger hatte seinem 14-jährigen Freund im Park mit einem Tischlerhammer den Schädel eingeschlagen. BBC-Berichten zufolge soll ein britisches Gericht den Jungen vor einigen Wochen verurteilt und das PC-Spiel „Manhunt“ für die Gewalttat verantwortlich gemacht haben. Angeblich war der Mord an das Spiel, in dem auch der Tischlerhammer als Waffe eingesetzt werden muss, angelehnt.
Falsche Berichterstattung
Nach einem aktuellen Bericht des britischen Magazins
MCV scheint „Manhunt“ den Mörder jedoch nicht inspiriert zu haben. Vielmehr soll das Spiel im Kinderzimmer des Opfers gefunden worden sein. Aus diesem Grund fordern die Eltern des Toten nun ein Verbot des Brutalo-Spiels und machen den Entwickler Rockstar für den Tod des Jungen verantwortlich. Ein US-Anwalt hat Klage eingereicht und will die Entwicklerstudios schließen lassen.
Paradox: Verkaufszahlen gestiegen
Von der Diskussion unbeeindruckt zeigen sich die Käufer auf der Insel. In Großbritannien bieten einige Ketten das Spiel weiterhin an. In manchen Läden soll „Manhunt“ infolge des Medienrummels sogar ausverkauft sein. Andere britische Händler ließen das Spiel unter dem Druck der Öffentlichkeit aus den Regalen verschwinden.
In Deutschland wurde das gewaltverherrlichende Spiel nach einem Beschluss des Amtsgericht Münchens vom 19. Juli bereits
bundesweit beschlagnahmt. Trotz der hierzulande im März 2004 erfolgten Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Medien (BPjM) hatten einige Händler „Manhunt“ weiterhin vertrieben. Vermutlich wurden die Exemplare aus dem Ausland importiert.
Sebastian Weber