Freitag, 06.08.2004 14:29

Erster Windows-CE-Trojaner - Liebesgrüße aus Moskau?

aus dem Bereich Computer
Windows ist anfällig – und nun hat es auch den Pocket-PC-Ableger Windows CE erwischt. Virenspezialisten entdeckten den ersten Trojaner für die mobilen Kleincomputer. Auch wenn die Infektionsgefahr noch gering ist: Der erste Virus hat sich auch auf tragbare Geräte geschlichen, und ihm werden weitere folgen.

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Vorsicht bei Dateianhängen

Der Trojaner mit dem Namen Backdoor.Brador.A oder auch WinCE.Brador.A gibt einem Angreifer die vollständige Kontrolle über das befallene Endgerät. Allerdings ist die Gefahr, sich den Schädling einzufangen, noch relativ gering. Der Trojaner kann sich nicht selbst vervielfältigen, er muss als E-Mail-Attachment verschickt und danach geöffnet werden. Daher haben die Spezialisten von Symantec das Sicherheitsrisiko bisher noch als "niedrig" eingestuft.

Bereits vor einem Monat wurde der erste Beweis erbracht, dass schädliche Programme auf einem Windows-CE-PDA installiert und ausgeführt werden können. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der erste echte Schädling auftaucht, erklärte Eugene Kapersky von Kapersky Labs. Microsoft hingegen hat noch nicht mit einem Sicherheitsupdate auf den Vorfall reagiert – bisher sei dem Redmonder Unternehmen noch kein Kunde bekannt, der von dem Trojaner befallen sei. Microsoft empfiehlt, auch auf Pocket-PCs Antiviren-Software zu installieren.

Herkunft aus Russland?

Kapersky Labs glaubt, dass die Herkunft des Trojaners in Russland liegt – die Version, die beim Virenspezialisten einging, hatte einen russischen Header und Text. Der Autor bot an, Teile des Virus an Interessenten zu verkaufen. Damit könnten die infizierten Systeme zum Beispiel an Hacker weitervermiet und für Spamming missbraucht werden.

Auch für Pocket-PCs gilt der gleiche Grundsatz wie für jede PC-Benutzung – beim Erhalt von E-Mails mit nicht bekannten Dateianhängen ist strengste Vorsicht geboten. Die Nutzung eines Antiviren-Programms scheint jetzt allerdings auch auf mobilen Geräten Pflicht zu werden – wir sind gespannt auf erste Schädlinge für Smartphones und Java-Handys, die sich über MMS verbreiten
Sven Wagenhöfer
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