Fast könnte man vermuten, das Programmieren von Viren und Würmern kommt immer mehr in Mode. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben die Sicherheits-Experten von Sophos im ersten Halbjahr dieses Jahres 21 Prozent mehr Internet-Schädlinge entdeckt. Genau genommen waren es in den ersten sechs Monaten des Jahres 2004 insgesamt 4.677 neue Bedrohungen, gegen die Sophos entsprechende Gegenmaßnahmen entwickelt hat.
Mehr als ein Viertel der Viren-Berichte, nämlich 26,1 Prozent, gehen bisher in diesem Jahr auf den Sasser-Wurm zurück. Besonders beachtlich ist dies vor dem Hintergrund, dass der Schädling erst Ende Mai das erste Mal aufgetaucht ist. Sasser steht damit in der unrühmlichen Hitliste auf dem ersten Platz. Einen weiterhin erbitterten Kampf liefern sich auch die Programmierer der zahlreichen Beagle- und Netsky-Varianten. Unter den von Sophos vorgestellen „Top 10“ finden sich sechs Varianten dieser beiden Internet-Würmer.
Die Hitliste
- Sasser 26.1 Prozent
- Netsky.P 21,4 Prozent
- Netsky.B 11 Prozent
- Netsky.D 6,8 Prozent
- MyDoom.A 4,4 Prozent
- Zafi.B 4,0 Prozent
- Netsky.Z 3,1 Prozent
- Netsky.C 2,4 Prozent
- Sober.C 1,5 Prozent
- Bagle.A 1,2 Prozent
"Sasser ist in die Fußstapfen des aggressiven Blaster-Wurms vom letzten Jahr getreten und hat eine kritische Sicherheitslücke im Microsoft-Betriebssystem ausgenutzt, um sich zu verbreiten. Es hat sich herausgestellt, dass Würmer dieser Art extrem erfolgreich sind. Grund dafür ist die anhaltende Schwierigkeit sicherzustellen, dass Microsoft-Nutzer die neuen Patches tatsächlich installieren, sobald die Schwachstellen bekannt geworden sind", erklärt Gernot Hacker, Director of Technology bei Sophos.
"Sasser mag den ersten Platz der Viren-Charts eingenommen haben, aber sechs der größten Viren der letzten sechs Monate waren Netsky- und Bagle-Varianten. Zum großen Ärgernis für PC-Nutzer weltweit machen die Autoren ein öffentliches Spiel daraus, dem anderen jeweils eine Nasenlänge voraus zu sein."
Hayo Lücke