Surfer sollten aktuell besonders auf der Hut vor Internetschädlingen sein. Die Experten von Sophos warnen Computer-Nutzer vor einer Datei, die vorgibt, ein Beweis-Foto für den Selbstmord von Osama Bin Laden zu beinhalten. In Wirklichkeit ist die Datei mit dem Trojaner Troj/Hackarmy-A infiziert .
Finger weg
In Newsgroups sind Tausende von Meldungen zu finden, die behaupten, dass CNN-Journalisten Anfang der Woche den erhängten Terroristenführer entdeckt hätten. Die Fotos seien aber bis jetzt nicht veröffentlicht worden, da die USA zunächst die Identität Bin Ladens überprüfen wolle. Die Meldungen verweisen auf eine Internetseite, von der eine Datei mit den vermeintlichen Fotos heruntergeladen werden könne. Statt Beweisfotos enthält die Datei einen Trojaner, der es Hackern erlaubt, die Kontrolle über den jeweils infizierten Computer zu erlangen. Übersetzt ins Deutsche lautet der Text:
"Osama Bin Laden ist am Mittwoch Abend erhängt aufgefunden worden. Zwei CNN-Journalisten machten mehrere Beweisfotos, von denen ich einige hier hinterlegt habe. Bis jetzt ist diese Information noch nicht in die Schlagzeilen gekommen, da die Bush-Regierung zunächst eine Bestätigung für die Identität Bin Ladens braucht. Trotzdem haben die Journalisten schon einige Fotos über das Internet veröffentlicht."
Sensationslust wird ausgenutzt
"Hacker und Virenschreiber kommen auf die tollsten Ideen, um die Leute dazu zu bringen, ihre Schadprogramme auszuführen", sagt Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos. "Diesmal setzt der Hacker offensichtlich auf die Sensationslust der Menschen und deren Interesse an der Terrorismusbekämpfung. Wer vor dem Trojaner geschützt sein will, sollte sein System mit dem neuesten Sicherheits-Update versehen."
Hayo Lücke