Drahtlose Internetzugänge, besser bekannt unter dem Kürzel WLAN, finden immer mehr Freunde. Insbesondere in privaten DSL-Netzwerken wird gern auf die Zugänge ohne lästiges Kabelgewusel zurückgegriffen. Weniger gern genutzt werden die öffentlichen WLAN-Hotspots, da der Zugang zum weltweiten Datennetz hier vergleichsweise teuer ist. Dennoch entwickelt sich der WLAN-Markt in Deutschland seit zwei Jahren äußerst schnell und nimmt im internationalen Vergleich eine führende Rolle ein. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Kommunikationsdienste (wik).
Bereits über 2.300 Hotspots
In weniger als 24 Monaten sind in Deutschland von Start-up-Unternehmen sowie Mobilfunk- und Festnetz-Gesellschaften über 2.300 Hotspots installiert worden. Dass die Nutzung der Hotspots mit dem raschen Aufbau der Hotspots bei weitem nicht mithalten konnte, belegt auch die neue Studie: Die meisten Hotspots werden pro tag durch weniger als fünf Kunden genutzt. Vielen potenziellen Nutzern seien die Angebote nicht nur zu teuer, sondern auch zu umständlich und zu unsicher, heißt es.
Tragbare Geschäftsmodelle sind nach Ansicht eines Experten nur an Hotspots möglich, die zum einen von zahlungsbereiten Nutzergruppen wie Businessanwendern angesteuert werden und die zum anderen eine Mindestverweildauer und angemessene Nutzungssituationen aufweisen. Flughäfen, DB-Louges oder Hotels wären hier denkbar.
WLAN kostenlos?
Bei einer Vielzahl von zumeist kleineren Hotspots ist ein selbsttragendes WLAN-Geschäftsmodell auch langfristig eher unwahrscheinlich, so der Experte des wik. Cafes oder Restaurants werden die bereits bestehenden Hotspots allerdings wohl nicht abschalten. Künftig sei vielmehr damit zu rechnen, dass die Betreiber auf die aufwendigen Abrechnungssysteme verzichten und den drahtlosen Internetzugang als kostenslosen Add-on zu ihren Dienstleistungen anbieten und über eine Mischkalkulation finanzieren. Im Sinne des Kunden wäre dies sicherlich eine attraktive Zusatzleistung, ob sie allerdings tatsächlich kommen wird, muss abgewartet werden.
Hayo Lücke