Er ist erst 18 Jahre alt und noch Schüler, über das Ausmaß seiner Tat hat er sich laut seinem
Geständnis keine Gedanken gemacht: Sven J., der Programmierer des
Sasser-Wurms, hat nach seinem Auffliegen eine zweifelhafte Berühmtheit erlangt. Obwohl er die Computerwelt für einige Tage in Atem hielt, wird er sich in der Hackerszene nicht mit Ruhm bekleckert haben. Denn das Vorgehen des Niedersachsen offenbart ihn als
Scriptkiddy, eine in der Szenen-Hierarchie stiefmütterlich behandelte Gruppe, die aber große Schäden anrichtet. Hacker, Cracker und Scriptkiddies sind die drei Typisierungen der Szene.
Hacker spüren Sicherheitslücken auf
Die Hackerszene zählt in Deutschland tausende Anhängern - vom Schüler über professionelle Sicherheitsexperten bis zum Uni-Dozenten. Sie sind meist jung, überwiegend männlich und bei der Computerprogrammierung überdurchschnittlich begabt. Regelmäßig treffen sie sich beispielsweise bei Veranstaltungen des Chaos Computer Clubs (CCC), der bei seinen Chaostreffen mit Schlafsack und Laptop bewaffnete High-Tech-Jünger aus dem gesamten Bundesgebiet anzieht. Hacker sind neugierig, begreifen die digitale Welt als ihren Abenteuerspielplatz und sind daran interessiert, vermeintliche Grenzen zu überschreiten und Sicherheitslücken aufzuspüren.
Hacker versus Cracker
Der entscheidende Unterschied zwischen Hacker und Cracker ist ein szenetypischer Ethos, den auch der Chaos Computer Club in seinen "Hackerethics" formuliert: Hackern genügt es, Sicherheitslücken aufzufinden und in unzureichend geschützte Netzwerke einzudringen. Sie beenden ihre Angriffe jedoch genau an der Stelle, wo sie Schaden anrichten könnten. Ihnen genügt das Know-How, es tun zu können, ohne es jedoch wirklich zu tun.