Die Abzockwellen via Handy werden immer dubioser. Während
Handy-Pinger mit Lockanrufen über 01908-Nummern als Absendernummer das große Geschäft zu machen versuchen, ist nun ein neuer Versuch bekannt geworden, über den Mobilfunkkunden reichlich Geld verlieren können. Wer in diesen Tagen eine SMS mit vermeintlich liebevollem Inhalt von einem unbekannten Absender auf seinem Handy empfängt, sollte lieber nicht antworten. Tut man es doch, könnte die böse Überraschung per Post kommen – in Form einer Rechnung von über 56 Euro, berichtet die Webseite dialerschutz.de.
Persönlicher Touch
Besonders heikel sind die Lock-SMS in diesem Fall, da sie einen recht persönlichen Touch enthalten. Über eine 0160-Nummer teile eine "Lisa" mit, sie wäre glücklich, wenn man sich bei ihr zurückmelde, berichten die Betreiber von dialerschutz.de. Otto-Normal-Verbraucher geht nun davon aus, bei einer Antwort auf eine 0160-Nummer könne nichts Schlimmes passieren. Weit gefehlt: Anschließend erhalte man eine automatisch generierte SMS zurück und werde in einem Chat begrüßt. Doch es geht noch weiter: "75 ct. Je SMS bei Ab. Mind 75 Stk. InfoDatensch. +AGB" und "für Abbruch sende Wort OFF" sei auf dem Handydisplay abzulesen.
In Klartext bedeutet die eher kryptische SMS-Botschaft, dass man – sofern man sich nicht abmeldet - mindestens 75 SMS zu einem Stückpreis von 75 Cent empfängt. Insgesamt werden also 56,25 Euro fällig, die wenig später von einer Hamburger Firma namens HFM eingefordert werden. HFM? Ja, richtig, da klingelt's doch: Bereits Mitte April berichteten wir über einen
Abzockversuch über versteckte Dialer, bei der HFM ebenfalls Rechnungen verschickte.
Kinder & Jugendliche warnen
Durch die neue SMS-Abzockwelle sind insbesondere Kinder und Jugendliche gefährdet, von denen die Kosten für derlei SMS-Botschaften nicht überblickt werden können. Man sollte seine Kleinsten also darauf aufmerksam machen, tunlichst nicht auf Nachrichten zu antworten, bei denen der Empfänger nicht eindeutig identifiziert werden kann. Ferner ist langsam aber sicher auch die Politik gefragt, ihren Ankündigungen Taten folgen zu lassen. Vollmundig hatte Renate Künast vor Kurzem verkündet, SMS-Flirtlines genauer unter die
Lupe nehmen zu lassen, doch geschehen ist bisher herzlich wenig.