In den USA ist es bereits seit Monaten gängige
Praxis, User von Tauschbörsen zu verklagen. Auch in Deutschland
setzt die Musikindustrie seit Ende März auf den juristischen Weg, nachdem Bitten und Flehen zu keiner Einsicht bei den fleißigen Datei-Tauschern geführt haben. Drastische Strafen und Geldbußen wurden angekündigt. Die deutschen User lässt dies aber offensichtlich kalt, wie eine von onlinekosten.de erstellte
Umfrage zeigt.
Mehrheit bleibt locker
Insgesamt 1913 Personen nahmen an unserer Online-Umfrage zu der Frage, ob sie ihr Verhalten in Sachen Filesharing geändert hätten, teil. Das Ergebnis ist überraschend: Die Mehrheit der Internetsurfer – knapp 47 Prozent -, die eine P2P-Software nutzen, erklärte, unverändert und ohne Einschnitte weiter Musikdateien oder gar ganze Filme zu tauschen.
Gut 26 Prozent gaben an, zwar weiter in Filesharing-Netzwerken aktiv zu sein, allerdings vorsichtiger geworden zu sein. Erstaunlich gering ist der Anteil derer, die keine Tauschbörsen mehr nutzen. Bei gerade einmal 12 Prozent der User scheint die neue Vorgehensweise der Musikindustrie Wirkung zu zeigen. Knapp 15 Prozent der Befragten gaben an, noch nie Dateien per Filesharing ausgetauscht zu haben.
Kommentar
Wirkung scheint die radikale Vorgehensweise der Musikindustrie nur bei einzelnen Tauschbörsen-Nutzern zu zeigen. Viele User, die auf Tauschbörsen aktiv sind, wissen zwar, dass der Austausch von Musik- und Filmdateien nicht legal ist, fühlen sich aber offensichtlich auf der sicheren Seite. Frei nach dem Motto: Mich trifft es doch eh nicht. Das böse Erwachen in Form einer gerichtlichen Vorladung gibt es erst dann, wenn Post von der Staatsanwaltschaft ins Haus flattert. Dann ist es mit der Einsicht jedoch höchstwahrscheinlich schon zu spät.