Bei solchen Trojaner-"Baukästen" ist es mit wenigen Mausklicks möglich, bestimmte Trojaner-Typen zu erstellen. Diese Trojaner installieren auf dem befallenen System kleine Programme, so genannte Hintertüren (Backdoors). Das Suchen nach solchen Backdoors mit Hilfe von Scanprogrammen, die ebenfalls im World Wide Web bereitstehen, ist heute ein beliebter Sport bei den Script-Kiddies. Mit ihnen dringen sie wahllos in ungeschützte Rechnersysteme ein. In welches Netzwerk sie genau einbrechen, wissen sie häufig nicht einmal.
Besonders Privat-Surfer sind gefährdert
Gerade das macht die Script-Kiddies gefährlich. Nicht nur IT-Fachleute und Netzwerkadministratoren von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen müssen sich vor ihnen in Acht nehmen. Gerade private Internet-Surfer, die ihren Rechner nur unzulänglich gegen fremde Zugriffe sichern, sind den Cyberattacken der Script-Kiddies schutzlos ausgesetzt. Für die steht der Kick, überhaupt in ein fremdes System eingedrungen zu sein, Daten verändert oder zerstört zu haben, im Vordergrund.
Dass dabei zum Teil erhebliche Schäden entstehen, nehmen die Script-Kiddies in Kauf. Bei rund 37 Prozent der betroffenen Unternehmen ist ein finanzieller Schaden aufgetreten, so die Studie "IT-Security 2003". Als Hauptursache für die hohen Schäden können mangelnde Sicherheitsvorkehrungen bei privaten PCs und Unternehmensnetzwerken gelten.
Wenn die Firewall fehlt
Zwar schützen sich mittlerweile immer mehr Unternehmen gegen ungezielte Attacken. Die Zahl der registrierten Sicherheitslücken nahm um fast neun Prozent ab, ist aber mit fast 3.800 Fällen immer noch sehr hoch. Zudem besitzen fast 20 Prozent der deutschen Unternehmen immer noch keine Netzwerk-Firewall. Bei privaten Anwendern ist diese Zahl erheblich höher.
Hayo Lücke