Freitag, 19.03.2004 11:53

Schwerer Schlag gegen Raubkopierer-Banden

aus dem Bereich Computer
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Professionelle Raubkopierer im Ruhrgebiet

Im Ruhrgebiet wurde auch eine Bande Wirtschaftskrimineller zerschlagen. Diese belieferte Händler mit Kopien aktueller Kinofilme und neuester Software auf DVDs und Video-CDs und soll eng mit den Release-Groups zusammengearbeitet haben. Die Gruppe sei dabei hoch arbeitsteilig vorgegangen: Jede Aufgabe wie technische Wartung, Cover-Produktion und CD-Herstellung lag in den Händen von Spezialisten.

Der 42-jährige Kopf der Bande hatte demnach einen eigenen Sicherheitsdienst aufgebaut, um den Personen- und Autoverkehr um die Produktionsstätte zu überwachen und sich so vor Strafverfolgungsmaßnahmen zu schützen. Die Gruppe unterhielt eine Kopierstraße mit 24 Highspeed-Brennern. Nach den vorliegenden Erkenntnissen wurden fünf Jahre illegaler Aktivität aufgedeckt.

Liquid FXP: Hacker legten Kuckuckseier

Wegen des Verdachts der Computersabotage, Datenveränderung und anderer Straftaten wurden allein gegen das Internetforum "Liquid FXP" am 16. März 132 Durchsuchungsbeschlüsse in 15 Bundesländern vollstreckt. Die Mitglieder des Hackerboards hatten weltweit 11.820 Server mit Sicherheitslücken ausgemacht, um ihre Raubkopien dort per FTP abzulegen. Allein 619 Server befinden sich in Deutschland bei 344 verschiedenen Firmen und Institutionen, darunter auch zahlreiche Universitäten. Bei den Betroffenen wurden am 18. März 337 Durchsuchungen durchgeführt.

Auf den gehackten Servern waren über 2.500 verschiedene Computerprogramme, Spielfilme und Musikdateien gespeichert, laut der GVU überwiegend Raubkopien. Der Gruppierung gehören 476 Mitglieder aus insgesamt 33 Staaten an. Im Rahmen einer streng hierarchischen Gliederung betrieben sie arbeitsteilig (scannen, hacken, uploaden) eine Art Tauschbörse für Raubkopien über das Internet. Wenn die bundesweiten Durchsuchungsaktionen abgeschlossen sind, werden die Ermittlungsverfahren bei den örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften und Polizeidienststellen weiter bearbeitet.

Benjamin Schnitzler / afp
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