Fast vier Jahre ist es her, als die Lizenzen für die UMTS-Mobilfunknetze für Milliardensummen
versteigert wurden. Bis heute hat der schnelle Handy-Datenfunk den Durchbruch nicht geschafft. Im Schatten von UMTS ist ganz unspektakulär eine andere Technik längst durchgestartet: Wireless Local Area Network (WLAN). Um ein Vielfaches schneller wird WLAN nun auch für Sprachtelefonie aufgerüstet - und nimmt damit UMTS einen weiteren Vorteil ab.
Datenrausch mit WLAN
Noch weiß niemand, wohin die Reise geht. Eines steht aber fest: WLAN-Netze schießen wie Pilze aus dem Boden. Gab es Ende 2003 gerade 1.200 kommerziell genutzte "Hotspots" in Deutschland, rechnet die Bonner Regulierungsbehörde damit, dass es bis zum Jahresende 8.000 sein werden und 2005 bereits 16.000.
Verlockend bei WLAN ist die Geschwindigkeit. Mit Übertragungsraten zwischen elf und 54 Megabit pro Sekunde sind die WLAN-Netze 30 bis 160 mal schneller als UMTS. Bisher waren die drahtlosen Netze auf Datenübertragungen beschränkt, auf der Computermesse CeBIT in Hannover werden erste WLAN-Handys zu sehen sein, die Sprachtelefonate ermöglichen. Sie nutzen dabei die Voice-over-IP-Technik, die im Festnetz auch das Telefonieren über den heimischen PC ermöglicht.