Spammer, wir kriegen Euch! Frei nach diesem Motto gehen Microsoft, AOL sowie die Provider Earthlink und Yahoo nun offensiv gegen Versender von unerwünschten Werbe-E-Mails vor. Ein Mitte Dezember von Präsident Bush unterzeichnetes
Gesetz liefert den großen US-Konzernen die nötige Munition, wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet.
Mehrere zeitgleich eingereichte Klagen
Die vier Unternehmen haben zeitgleich bei mehreren US-Bundesgerichten Klagen eingereicht, die gegen einige Hundert der bekanntesten Massenversender unerwünschter Werbebotschaften gerichtet seien. Spam-Mails richten einen immer größer werdenden wirtschaftlichen Schaden an. Von dem Softwarehersteller Trend Micro wird der weltweite Schaden allein in diesem Jahr auf 55 Milliarden Dollar geschätzt – Tendenz weiter steigend. Besonders häufig werde in den Nachrichten für Potenzmittel, für möglichen Gewichtsverlust und pornografische Webangebote geworben, heißt es weiter.
In den USA ist seit Jahresbeginn ein als CAN-Spam bekanntes Gesetz in Kraft, das die Verbreitung von E-Mails mit pornografischen Inhalten und Werbung verfolgt, sofern die Empfänger nicht ausdrücklich der Zusendung solcher Nachrichten zugestimmt haben. Doch damit nicht genug: Das Gesetz stellt auch von Versender häufig verwendete Taktiken unter Strafe. Meist versuchen die Absender ihre Adresse zu verschleiern, indem sie beispielsweise Umwege über nicht geschützte Rechner oder Rechner auf anderen Kontinenten, irreführende Betreffzeilen verwenden oder Absenderadressen fälschen.
Drei Brüder verschickten seit Januar allein 94 Millionen Spam-Mails
Die vier klagenden Unternehmen sehen nach eigenen Angaben gute Chancen den ursprünglichen Absendern der Werbe-E-Mails auf die Schliche zu kommen. Diesbezüglich hätten sie bereits untereinander Informationen ausgetauscht. Unter den von Yahoo Beschuldigten sind beispielsweise Eric, Matthew und Barry Head aus Kanada. Sie sollen allein seit Jahresbeginn 94 Millionen E-Mails an registrierte Yahoo-Nutzer geschickt haben mit dem Ziel sie auf ihre Webseiten zu locken, die unter falschen chinesischen Namen und Adressen angemeldet waren.
Hayo Lücke