Die Wurm-Flutwellen nehmen kein Ende. Nicht nur neue Würmer, auch Mutationen der Ursprungsversionen greifen massiv um sich. Viele User, die in diesen Tagen ihre E-Mails über die Webmail-Oberfläche von web.de abrufen, staunen zum Teil nicht schlecht. Häufiger als in der Vergangenheit schreitet die Virenschutzfunktion von web.de ein und signalisiert in knallroter Farbe, dass wieder einmal einer der derzeit kursierenden Würmer oder ein Virus entfernt wurde. Auch der Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) war von den Attacken immer neuer Varianten von Beagle, Netsky oder MyDoom betroffen. Dies geht aus einem Bericht des Handelsblatt hervor.
Virenscanner und Firewall hätten zwar glänzend pariert und die verseuchten Mails entschärft, „doch die vielen Nachrichten im Postfach, mit dem Hinweis des Sicherheitssystems, dass wieder ein Angriff abgewehrt wurde, nerven schon mächtig“, gab Michael Dickopf vom BSI an. Sicherheitsexperten schätzen die aktuellen Attacken zwar nicht als beunruhigend ein, es sei jedoch bemerkenswert, mit welcher Schnelligkeit sich die immer neuen Varianten im weltweiten Datennetz ausbreiten.
Automatisches Update wird vernachlässigt
Die blitzartige Verbreitung zwingt auch die Internet-Surfer zu reagieren. Wer nicht diszipliniert die von den Herstellern von Antivirensoftware zur Verfügung gestellten Updates aus dem Netz herunterläd, läuft Gefahr, einer neuerlichen Wurm-Attacke zum Opfer zu fallen. „Während viele Unternehmen ihre Antivirenprogramme automatisch aktualisieren, haben die meisten Nutzer diese Funktion deaktiviert und bringen ihre Virenscanner – wenn überhaupt – nur hin und wieder auf den neuesten Stand“, sagte Guido Sanchidrian, Sicherheitsexperte beim Antivirenhersteller Symantec. Dies wird auch von BSI-Sprecher Dickopf bestätigt: „Bei der Aktualisierung der Antivirensoftware liegt bei den Anwendern noch einiges im Argen, sonst hätten wir nicht diese hohe Verbreitung der Würmer.“