Immer mehr Mobiltelefonierer satteln um: Weg vom öden Einsteigerhandy, hin zum Multimedia-Hightech-Gerät mit integrierter Kamera. Zwar bleibt das MMS-Aufkommen, wie wir heute Morgen bereits
berichteten, bisher hinter den Erwartungen der Netzbetreiber zurück, mit der immer größeren Verbreitung der Fotohandys tut sich aber noch ein weiteres Problem auf: Die Möglichkeit der Industriespionage.
Wie das Handelsblatt unter Berufung auf das IT-Beratungsunternehmen Gartner berichtet, werden in zwei Jahren vier von fünf Deutschen ein Mobiltelefon mit integrierter Kamera besitzen. Doch auch andere kleine Geräte mit großen Speicherkapazitäten seien auf dem Vormarsch. Neben vermeintlicher Industriespionage stehe auch die Intimsphäre von Vorgesetzten und Kollegen auf dem Spiel.
Künftig spezielle Sicherheitszonen?
Die Experten von Gartner warnen davor, dass ein generelles Verbot für Fotohandys in Unternehmen nur schwer durchzusetzen sei. Ken Dulaney, Forschungsleiter bei Gartner wird mit den Worten zitiert: „Die meisten Unternehmen haben nicht die finanziellen Mittel und ausreichend Personal, um ein generelles Verbot aufrechtzuerhalten.“ Stattdessen sollten Unternehmen spezielle Sicherheitszonen einrichten. Weiter empfiehlt der IT-Spezialist, dass für alle anderen Arbeitsbereiche Vereinbarungen mit den Mitarbeitern gefunden werden sollten. Selbstredend, dass dies vor möglicher Spionage nicht schützen kann.
Gefahrenpotenzial durch USB-Sticks und DVD-Brenner
So gefährlich Handys für Unternehmensdaten sein können, ein noch viel größeres Spionage-Potenzial bieten neue mobile und leisteungsstarke Speichermedien wie USB-Sticks und DVD-Brenner. Binnen weniger Minuten können mit diesen Geräten riesige Datenmengen aus Netzwerken gezogen werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund sei es ratsam, so die Analysten von Gartner weiter, dass Unternehmen ihre Sicherheitspolitik grundsätzlich überdenken.
Hayo Lücke