Dienstag, 02.03.2004 13:40

UMTS: Fehlende Handys, Ruckelvideos und wenig Kunden

aus dem Bereich Mobilfunk
In Deutschland noch nicht einmal richtig gestartet, ist der neue UMTS-Mobilfunk in Großbritannien bereits ein Jahr alt. Am 3. März vergangenen Jahres wagte sich 3, eine Tochter des Hongkonger Konzerns Hutchison Whampoa, als erstes Unternehmen in Europa in das UMTS-Abenteuer. Seitdem hat die Firma viel Lehrgeld bezahlt und ihre Erwartungen für den multimedialen Mobilfunk deutlich nach unten geschraubt.

Nach der kostspieligen UMTS-Auktion im April 2000 hatte 3 - der Name spielt auf die dritte Mobilfunkgeneration an - zusammen mit vier anderen Firmen vom britischen Staat eine Lizenz ersteigert und wollte möglichst als erster loslegen. Denn das Unternehmen hatte von Anfang an ein Handicap: Anders als die Konkurrenz war es neu auf dem praktisch gesättigten britischen Markt. Damit habe 3 jeden neuen Kunden einem der anderen Mobilfunker abspenstig machen müssen, sagt Stephen Pentland von der auf den Telefonmarkt spezialisierten Beraterfirma Spectrum Strategy. "Keine leichte Herausforderung."

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Verschobene Termine...

Nicht die einzige, wie sich zeigen sollte. Wie die Konkurrenz musste Hutchison den Starttermin mehrfach verschieben, der ursprünglich für Anfang 2002 vorgesehen war. Vor einem Jahr wurde das neue Mobilfunkzeitalter dann zum symbolträchtigen Datum 3.3.03 eingeläutet. Eine Million Kunden wollte Hutchison bis zum Jahresende werben. Doch wochenlang passierte nichts. Die Regale der 3-Shops blieben leer, weil die Handy-Hersteller NEC und Motorola ihre Lieferversprechen nicht einhalten konnten.

Das Handy-Problem beschäftigte das Unternehmen das gesamte Jahr. Selbst acht Monate nach dem Start sei 3 im wichtigen Weihnachtsgeschäft von den Handy-Herstellern regelrecht "im Stich gelassen" worden, sagt Jeremy Green, Analyst bei der Berateragentur Ovum. 3 habe damit die wichtigste Handy-Verkaufszeit des Jahres unfreiwillig verpasst.
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