Bei der Information über Strahlwerte lassen Handyhersteller ihre Kunden oft im Dunkeln. Der "Blaue Engel" als Qualitätssiegel für strahlungsarme Handys werde weiter boykottiert, obwohl schon rund ein Drittel der verfügbaren Geräte die Kriterien erfüllten, erklärte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) zur Vorlage des Rechenschaftsberichts zur Selbstverpflichtung der Mobilfunkbranche, der am Dienstag in Berlin vorgelegt wurde.
Ein besseres Zeugnis wird den Netzbetreibern ausgestellt: Diese seien ihrer Zusage, besser über Strahlungswerte ihrer Telefone zu informieren, grundsätzlich nachgekommen. Allerdings sei das Informationsmaterial in den Läden kaum verfügbar oder das Verkaufspersonal nicht ausreichend geschult.
Blauer Engel soll vor Strahlung schützen
In der Untersuchung wird auch kritisiert, dass es bei der Standortsuche für Mobilfunkmasten oft dem Zufall überlassen bleibe, wie die Öffentlichkeit informiert werde. "Das notwendige Vertrauen in diese Technik kann nur gestärkt werden, wenn Betreiber und Kommunen die Bürger von vornherein als Betroffene bei der Standortsuche ernst nehmen", erklärte Trittin.
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) verwies aber darauf, dass das Gutachten den Netzbetreibern bei der Standortauswahl ein hohes Maß an Kooperations- und Konsensbereitschaft bescheinige. "Es ist erfreulich, dass sich die Zusammenarbeit von Netzbetreibern und Kommunen weiterhin positiv entwickelt hat und so unnötige Standortkonflikte vermieden werden konnten." Clement sprach sich für einheitliche Abläufe bei der Entscheidung über Standorte aus, die dann von allen Gemeinden angewendet werden könnten.