"Wir werden einige von den Leuten verlieren, die politische statt geschäftliche Entscheidungen treffen," so Ballmer. Und das ist auch gut so, denn niemand will eine Regierung, die rein wirtschaftliche Interessen verfolgt. Das ist wohl auch der Grund, weshalb Microsofts Einnahmen in diesem Sektor kaum die 10-Prozent-Hürde erreichen.
Der Trend geht zu Open Source
Es zeichnet sich sogar ein regelrechter Trend zu politisch motivierten Computer-Lösungen im öffentlichen Bereich ab. Nicht bloß hierzulande, sondern weltweit. Paris prüft zum Beispiel gerade die Umstellung von 17.000 Rechnern von Windows auf Open Source. Die Franzosen sind beileibe nicht die Einzigen, denn auch Großbritannien, Korea, China und Indien erwägen ähnliche Schritte. Auch im Heimatland ist Microsoft nicht mehr sicher, denn selbst die Stadt Austin in Texas versucht sich mit Linux.
Das Misstrauen gegenüber Microsoft wächst. China sieht Windows bereits als nationales Sicherheitsrisiko und will mit Open Source für mehr Transparenz sorgen und gleichzeit die Software-Entwicklung ankurbeln. Nach Amerika und Europa geriet der Software-Gigant erst letzte Woche mit den Wettbewerbshütern aus Japan in Konflikt. Um rechtlich mehr als fragwürdige Geschäftspraktiken aufzudecken, durchsuchte die Polizei am 25. Februar etliche Microsoft-Büros in Tokyo.
Es muss noch viel getan werden
Die Schadenfreude Ballmers ist nachvollziehbar, genau wie zumindest eine seiner Aussagen zum Thema Sicherheit von Software: "...es muss noch viel getan werden, um die Verbraucher zufrieden zu stellen". Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht einem "Hochmut kommt vor dem Fall" oder "Wer zuletzt lacht, lacht am besten".
Benjamin Schnitzler