Verkehrte Welt: MS-Chef Steve Ballmer freut sich über Probleme mit Open-Source-Software in Münchener Stadtverwaltung. Diese einmalige Gelegenheit, einmal auf der anderen Seite zu stehen, nutzte er postwendend für den ein oder anderen schadenfrohen Kommentar:
"Auf einmal ist es nun teurer, Linux statt einer Windows-Lösung einzusetzen." Ballmer stößt vor neun Monaten mit seinem Angebot leider nur auf die tauben Ohren des Münchner Stadtrats. Von einer Microsoft-Lösung will dieser angesichts leerer Stadtkassen nämlich überhaupt nichts wissen, verständlicherweise.
Moralischer Verlust für Microsoft
Stattdessen wird die Ausschreibung zu Gunsten von Open-Source entschieden und bedeutet das Aus für Windows NT und Office 97. Ein herber Verlust für Microsoft - nicht unbedingt ein wirtschaftlicher, aber ein moralischer allemal. Die aktuelle Situation bietet einen willkommenen Anlass zur traumatischen Vergangenheitsbewältigung Ballmers.

Die Umstellung von 14.000 Rechnern der öffentlichen Verwaltung von Windows auf Linux zeigt sich nämlich nun problematischer als zuerst angenommen. Ob sie auch teurer wird als eine Lösung aus Redmond ist damit aber noch lange nicht gesagt, vom Wunschdenken Ballmers einmal abgesehen. Aber zum Glück ist bei dem Linux-Projekt die politische Ausrichtung wichtiger als die ökonomische, auch wenn Microsoft das gerne anders hätte: